Zwischen Kühen und Ziegen: Zu Besuch bei Bauer Beuse

In Wildemann gibt es einen Hof, da darf die Kuh noch Kuh sein und die Ziege einfach mal über fehlenden Salat meckern. „Klein Tirol“ nennt Wolfgang Beuse sein kleines Paradies etwas abseits der Straße. Hierhin hat er die Viertklässler der Grundschule Wildemann eingeladen. Vor allem die Tiere standen bei diesem Termin im Mittelpunkt – aber der eigentlich „Job“ der Kinder war Interviewer für die GZ-Serie „Kinder fragen Kenner“. Und zu wichtigen Fragen kam es dann auch irgendwann zwischen Ziegen und Kühen:

Aaron: Wie alt ist Ihre älteste Kuh?
Das ist unsere Bettina. Die ist fast 20 Jahre alt. Die bekommt jetzt auch kein Kälbchen mehr. Dafür kümmert sie sich jetzt um die Jungtiere und kommt mit denen auf die Wiese.

Aaron: Wie alt ist das jüngste Kalb?
Das ist 14 Tage alt. Da gucken wir gleich mal in den Stall.

Pascal: Wie groß wird ein Bulle?
Unser letzter Bulle war 20 Zentner schwer. Das ist etwa eine Tonne. Es war ein riesiger Bulle, aber wir haben ihn mit Streicheleinheiten und Bananen auf den Transporter locken können. Mit Gewalt und Kraft erreicht man bei so großen Tiere auch überhaupt nichts. Unsere Tiere vertrauen uns, weil sie täglich mit Menschen zu tun haben.

Max: Wie viele Kühe und Kälber haben Sie?
Ich müsste hier etwa 20 Milchkühe haben und sechs oder sieben Kälber. Da schauen wir gleich mal nach.

Matthijs: Wie spät stehen Sie morgen auf?
Ich komme nachts erst so gegen 0 oder 1 Uhr nach Hause. Da komme ich dann morgens nicht so früh raus. Ich kann mir das zum Glück gut einrichten.

Lars: Und warum sind Sie Bauer geworden?
Ich hatte immer einen guten Draht zu Tieren. Früher war hinter jedem Haus ein Stall. Wir sind mit den Tieren aufgewachsen und haben von ihnen gelernt.

Pascal: Ist schon mal ein Bulle weggelaufen?
Toi, toi, toi – wir hatten bisher immer Glück. Wir hatten aber mal ein Kalb, das ist immer rüber zur Tankstelle gegangen und kam dann irgendwann zurück. Aber wenn uns wirklich mal ein Bulle weglaufen sollte, könnten wir einfach mit einem Eimer Futter kommen und das Tier wieder zum Hof führen. Man sieht das ja auch an Pfingsten beim Viehaustrieb. Die Tiere hier kennen und vertrauen uns.

Hendrik: Wie verhält man sich bei einer Kalbgeburt?
Ich bin früher immer fast verrückt geworden. Aber es geht fast von selbst. Man muss nur eine angenehme Atmosphäre für die Kuh schaffen, sodass sie keinen Stress hat. Ich fühle dann einmal nach, ob das Kalb rückwärts liegt. Denn dann muss es schnell raus. Wenn es mit dem Kopf zuerst geboren wird, ist das kein Problem. Dann kann das Kälbchen ja sofort atmen. Wir brauchen hier selten einen Tierarzt. Ganz oft sind die Kälbchen einfach schon da, wenn wir in den Stall kommen.

Jasmin: Macht es Spaß, Bauer zu sein?
Mir schon. Das ist genau mein Ding. Es kommt halt immer auf die Interessen an. Ohne Lust an dem Job geht es nicht.

Hendrik: Und wann füttern Sie?
Die Tiere fressen eigentlich den ganzen Tag. Gleich können wir den Kühen draußen zum Beispiel Fladenbrot über den Zaun werfen. Die Ziegen freuen sich da bestimmt auch drüber.

Hendrik: Ab wann darf man hier arbeiten?
Kinder dürfen ja noch gar nicht arbeiten. Aber ihr könnt gerne mal vorbeikommen. Ihr habt ja alle schon toll was drauf. Tiere soll man ja nur halten, wenn man Zeit hat. Ihr nervt eure Eltern ja bestimmt auch mit einem Haustier. Aber das geht nur, wenn man sich kümmert. Das kann man hier ein bisschen üben.