Romantik-Hotel „Zur Tanne“

Am Romantik-Hotel „Zur Tanne“ gehen die Schüler vierten Klassen der Wurmbergschule Braunlage zwar häufiger vorbei. Aber drinnen waren die meisten Schüler aber noch nicht. Dabei kocht dort einer der besten Köche des Harzes: Rüdiger Fleischhacker. Höchste Zeit, ihn für „Kinder fragen Kenner“ über seinen Beruf auszufragen. Und das machen die Viertklässler natürlich am Besten direkt vor Ort: Sie dürfen Hummer anfassen, an Trüffeln schnuppern und natürlich Fragen stellen.

Marlon: Wie viele Gerichte kochen Sie pro Tag?
Also am Montag haben wir geschlossen. Aber von Dienstag bis Donnerstag sind es mittags etwa 20 und am Abend 25 bis 30. Am Wochenende sind es mehr: 40 Gäste passen in unser Restaurant rein, und meistens kann man diese Zahl mal vier nehmen, weil jeder Gast mehrere Gänge bestellt. Und da bei den Vorspeisen auch Fisch oder Fleisch dabei ist, koche ich dann schon deutlich mehr als 40 Gerichte pro Tag.

Danny: Wollten Sie denn schon immer Koch werden?
Also, ich könnte mir nicht vorstellen, Dachdecker zu werden. Wenn ich Abitur gemacht hätte, hätte ich vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, Tiermedizin studiert. Aber eigentlich war das schon immer klar, dass ich Koch werde, weil meine Eltern einen gastronomischen Betrieb hatten. Meine Oma hat mir schon, als ich noch ganz klein war, eine Mini-Schürze geschneidert, mit der ich dann in der Küche meiner Eltern stand.

Nick: Müssen Sie eigentlich immer noch in ihre Rezepte schauen, wenn Sie was kochen?
Meistens nicht mehr. Das ist wie mit dem Einmaleins, das kennt ihr doch bestimmt auch: Am Anfang muss man noch drauf gucken, aber irgendwann geht es dann ganz von alleine. Jetzt brauche ich eigentlich nicht mehr in meine Rezepte zu schauen.

Martin: Wie viele Hauptgerichte haben Sie auf der Speisekarte?
Oh. Da muss ich erst einmal überlegen. Wir haben immer vier Fleischgerichte und vier Fischgerichte. Daneben gibt es aber auch immer noch eine Empfehlung, wie jetzt etwa Ente. Zur Weihnachtszeit ist es dann Gans. Außerdem haben wir auch immer zwei Menüs. Wenn man deren Hauptgerichte dazuzählt, kommen wir also auf zehn.

Martin: Wie lange üben Sie ihren Beruf schon aus?
Ich habe schon in eurem Alter meinem Vater in der Küche geholfen. Richtig ausüben tue ich den Beruf aber erst, seit ich 14 Jahre alt bin, also seit ich die Ausbildung gemacht habe. Jetzt bin ich 35 Jahre alt – also eigentlich bin ich schon mein halbes Leben Koch.

Jan: Hatten Sie auch mal einen anderen Berufswunsch?
Na ja. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich aus einer gastronomischen Familie stamme. Von daher war es eher die Frage, was für Berufe man noch erlernen kann, die einem helfen könnten, wenn man ein Restaurant führt. Denkbar ist zusätzlich zur Kochlehre zum Beispiel noch eine Konditorlehre, weil wir ja auch viele süße Sachen zubereiten, oder eine Ausbildung zum Schlachter. Viele machen auch noch eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, gerade, wenn sie in der Geschäftsleitung sind. Für mich kam aber eigentlich nur eine Schlachter- oder Konditorausbildung in Frage. Aber ich habe es auch ohne hingekriegt.

Amra: Welches Gericht wird am meisten gewünscht?
Es kommt darauf an. Im Herbst wird viel Wild gewünscht, in der warmen Jahreszeit eher leichte Gerichte wie Fisch, Seeteufel etwa oder Steinbutt.

Ates: Was ist Ihr bestes Gericht?
Da gibt es eine ganze Menge. Hummerlasagne essen die Leute zum Beispiel sehr gerne. Oder alles mit Steinpilzen. Ich habe aber kein hundertprozentiges Lieblingsgericht, weil das saisonal unterschiedlich ist.

Emina: Ist Koch ihr gelernter Beruf?
Ja. Ich habe von 1992 bis 1994 eine Ausbildung gemacht. Da ich aus einer gastronomischen Familie stamme, war das für mich aber nichts Neues. Ich habe auch schon als kleines Kind bei meinem Vater in der Küche gestanden.

Danny: Wie viele Köche arbeiten bei Ihnen?
Das sind zwei ausgelernte Köche und zwei Auszubildende.