Auf den Hund gekommen

Die Viertklässler der Grundschule Jerstedt hatten tierischen Besuch. Hundeerziehungsberaterin Doris Siemens von der Hundeschule Dogss aus Bad Harzburg war bei ihnen zu Gast. Natürlich nicht alleine: Ihr Irish Terrier Bronco gehörte zum Kinder-fragen-Kenner-Interview dazu. Denn nach der Fragestunde, zeigte Bronco wie gut er erzogen ist. Noch vor einigen Jahren hätte man Bronco einschläfern müssen. Aber weil Doris Siemens die Schuld an dieser Fehlerziehung bei sich sah, machte sie eine entsprechende Ausbildung und arbeitete weiter mit Bronco. Heute sind die zwei ein großartiges Team. Und das bewiesen sie den Kindern, nachdem alle Fragen geklärt waren.

Anna-Lena: Wie kann ich meinen Beagle ohne Leine laufen lassen?
Da gibt es keinen konkreten Zeitplan. Meine Faustregel lautet immer, er muss ein Jahr lang an der Leine gehen. Aber dabei muss ich ihn immer beschäftigen. Dein Hund muss eine Erwartungshaltung an dich haben, dann bleibt er auch später ohne Leine in der deiner Nähe. Zum Beispiel kannst du mit einem Beagle gut Nasenarbeit machen. Die haben ja einen eingebauten Magneten in der Nase. Sobald sie draußen sind, geht die Schnauze runter auf den Boden. Nimm etwas Futter mit und lass ihn danach suchen.

Anna-Lena: Wie gewöhne ich meinen wasserscheuen Hund ins Wasser?
Du darfst ihn auf keinen Fall zwingen. Also nicht einfach nehmen und reinsetzen. Bis dein Hund ins Wasser geht, kann daher sehr lange dauern. So zwei bis drei Jahre etwa.

Anna-Lena: Er geht halt nur bis zum Bauch ins Wasser…
Ja, das gibt es sehr oft. Spiel ein bisschen mit ihm am Wasser. Und suche dir ruhige Gewässer aus. Gut wäre ein Badesee, sodass du auch mit ins Wasser gehen kannst. Man muss das wirklich ganz langsam ausprobieren.

Finn: Wie ernähre ich einen Hund richtig?
Ich kann einen Hund mit frisch füttern und ihm sein Fressen selbst zubereiten. Da sollte man aber aufpassen, dass der Hund alle Nährstoffe bekommt. Oder ich nehme Trockenfutter. Da ist schon alles Nötige für den Hund beigefügt. Das ist sauber und einfach.

Niklas: Was machen Hunde am liebsten?
Das kommt ganz stark auf die Rasse an. Der Beagle ist toll in der Nasenarbeit und ein Labrador ist der klassische Apportierer.

Svenja: Wir haben einen Berner Sennenhund. Was übt man mit dem?
Den kann man auch gut mit der Nase beschäftigen und Futter suchen lassen. Berner Sennenhunde sind Treibhunde – und in der Regel etwas dickköpfig …

Anna-Lena: Und was ist mit Agility? Kann das jeder Hund machen?
Da sollte man zumindest mit jungen Hunden vorsichtig sein. Die haben noch sehr weiche Knochen. Diesen Sport würde ich daher erst mit Hunden machen, die ein gutes Jahr alt sind.

Julia: Ist es schwer, Hunde zu erziehen?
Eigentlich ist es einfach. Wenn man die Erziehung Kinder n überlassen würde, wäre es noch einfacher. Erwachsene vermenschlichen die Tiere oft zu sehr. Ein Hund braucht klare Strukturen und Grenzen. Kinder können das viel besser umsetzen. Daher müssen bei mir die Kinder auch immer mit in die Welpenschule kommen. Die schauen dann zu Hause ihren Eltern auf die Finger und passen auf.

Jorina: Wie bringe ich meinem Hund Spielen bei? Er hat das nämlich nie gelernt.
Da ist Nasenarbeit ganz hilfreich. Du wirst es nur schaffen, wenn er sich sein Futter erarbeiten muss. Wenn du ihm nachmittags den Napf mit Futter hinstellst, dann wird er nichts machen. Er weiß ja, dass er trotzdem was zu Fressen bekommt.

Paula: Was mache ich, wenn mein Hund bellt und er das nicht soll?
Da kommt es auf die Situation an. Wenn es an der Haustür klingelt und er bellt, dann nimmst du ihn ruhig und gehst mit ihm in ein anderes Zimmer. Du machst die Tür zu und öffnest die Haustür. Wenn das draußen passiert, dann verlässt du ganz ruhig die Situation. Auf jeden Fall solltest du nicht schimpfen und auch laut werden. Dann denkt dein Hund, du findest das gut und „bellst“ mit ihm mit.

Anna-Lena: Wie kann ich meinem Hund beibringen, zu apportieren? Er will den Stock nämlich nie abgeben.
Hunde wollen uns gerne erziehen. Dein Hund will dich bei diesem Stöckchenspiel beschäftigen. Aber es sollte ja eigentlich genau anders herum sein. Du musst das in der Hand haben. Ich arbeite immer mit einer sogenannten Schleppleine. Die hat Bronco immer um. Auch manchmal in der Wohnung, wenn ich da mit ihm was übe. Die Leine kann einfach auf dem Boden liegen – aber wenn er mit einem Stock oder so wieder von mir wegläuft, dann kann ich ihn ganz einfach zu mir heranholen und ihm klarmachen, dass ich das Sagen habe.

Delicia: Wie lange leben Boxer?
Man sagt ja, je größer die Rasse, desto geringer die Lebenserwartung. Ein Boxer liegt so im Mittelfeld. Er kann durchaus so 13 bis 15 Jahre alt werden.

Katharina: Wie viele Hunde sind in ihrer Hundeschule?
Das sind einige. Ich habe mehrere verschiedene Gruppen, mache Hausbesuche und Einzelunterricht. Manchmal bekomme ich dann noch vom Ordnungsamt welche zugewiesen. Und außerdem betreue ich noch die Hunde im Tierheim Goslar mit.

Lennart: Wie bekomme ich einen Hund stubenrein?
Das ist viel Arbeit. Man muss am Anfang fast alle zwei Stunden mit einem Welpen raus. Am besten trägt man ihn, denn dann machen Hunde nicht. Führt man sie zum Beispiel an der Leine durchs Treppenhaus, kann es passieren, dass sie nicht mehr bis draußen warten können.

Lennart: Wie schaffe ich es, dass mein Hund auf mich hört?
Dein Hund muss dich einfach toll finden und sich für dich interessieren.