Ein Stück Orient in Oker

Die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Goslar hat in Oker eine Moschee. Dort fährt man oft vorbei. Man kann aber auch anhalten und anklopfen. Das haben Schüler der vierten Klassen der Grundschule Unter-Oker getan. Sie haben sich für „Kinder fragen Kenner“ mit dem Imam Vahit Eker und dem Gemeindevorsitzenden Tuncay Girgin getroffen. Dabei haben die Schüler viel über den muslimischen Glauben erfahren. Trotzdem hatten sie nach einer kleinen Moschee-Führung noch richtig viele Fragen an Eker und Girgin.

Keven: Warum sollten Muslime einmal im Leben nach Mekka reisen?
Das gehört zu den Fünf Säulen, auf denen unser Glaube aufgebaut ist: das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Armensteuer und auch die Pilgerfahrt nach Mekka. Diese wird zur Zeit des Opferfestes gemacht. Und warum Mekka? Ganz einfach: Hier ist der Ursprung des Islams und jeder Moslem sollte einmal im Leben dort gewesen sein. Kranke können einen Stellvertreter für sich pilgern lassen. Nur Menschen, die sich die Reise nicht leisten können, brauchen nicht zu pilgern.

Eren: Darf man in Mekka Pause machen, um zu essen und zu trinken?
Die Pilgerreise ist ja kein Marathon. Natürlich darf man Pausen machen. Und in Mekka geht vollendet man dann das Pilgern mit sieben Umrundungen der Kaaba.

Leonie: Warum läuft man in Mekka um eine Kiste?
Du meinst die Kaaba. Das ist ein schwarzes Gebäude im Innenhof der Al-Haram-Moschee in Mekka. Die Kaaba gilt als erstes Gotteshaus. Auf der Pilgerfahrt umrunden Muslime das Gebäude siebenmal gegen den Uhrzeigersinn und preisen dabei Allah. Das ist so etwas wie eine rituelle Führung, der Pilger nährt sich langsam dem Göttlichen. Die Kaaba legt übrigens auch die Gebetsrichtung für alle Muslime auf der Welt fest. Wir betten immer in Richtung Mekka.

Karina: Werden Muslime auch getauft?
Nein. Eine Taufe wie bei den Christen gibt es bei uns nicht. Männliche Muslime werden meist als Kinder beschnitten. Bei Neugeborenen flüstert der Vater den Adhan (Gebetsruf) ins rechte Ohr und den Ikaamat (Ruf kurz vor Beginn des Gebets) ins linke Ohr.

Pascal: Sind alle Türme der Moscheen gleich hoch?
Die Türme heißen Minarette. Aus Symmetriegründen sind sie gleich hoch. Aber sie sind kein Muss bei einer Moschee. Wir haben ja zum Beispiel auch kein Minarett in Oker.

Eric: Wie viele Türme hat eine Moschee?
Im Orient haben sie mindestens einen Turm.

Brian: Steht der Muezzin beim Gebetsruf immer auf einem Turm?
In der Ausrufergalerie spricht der Muezzin, das ist der Gebetsrufer, die Einladung zum Gebet aus. Früher gab es noch keine Mikrofone und Lautsprecher, da ist der Muezzin immer wieder auf das Minarett gestiegen. Er wollte ja gehört werden. Jetzt kann er meistens unten bleiben, denn es gibt ja die Lautsprecher.

Dave: Warum spricht der Muezzin in das Mikrofon?
Es sollen ihn ja alle hören können. Deshalb ist das Mikrofon ganz praktisch.

Nicolaos: Weshalb hat die Moschee eine Kuppel?
Das ist eine sehr interessante Frage. Die Kuppel hat auch wieder etwas mit der fehlenden Technik zu tun. Früher gab es ja wie gesagt keine Mikrofone. Und mit einem Kuppelbau ist die Akustik viel besser. Heute braucht man das nicht mehr unbedingt, weil es ja die Mirkofone gibt. Aber früher war die Kuppel sehr wichtig.

Tom: Was lernt man in der Moschee?
Sehr viele Sache. Die Kinder kommen schon sehr früh hierher. Es wird ihnen beigebracht, wie der Koran gelesen wird, wie man betet, wie man Verse vorträgt und was die Fünf Säulen sind. Auch das Alphabet des Korans lernen sie hier.

Jeremy: Welche Räume gibt es in der Moschee?
Einige. Wir haben die zwei Gebetsräume – einmal für die Männer und dann den für die Frauen. Es gibt den Waschraum, die Bibliothek und auch eine Küche.