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Papageien-Papa und Buchautor

Eine liebe Familie, drei Graupapageien, die Schriftstellerei und das Wetter sind die Leidenschaften des Fritz Rubin. Der 72-Jährige lebt in Othfresen und gibt sein Wissen gerne an andere – besonders an Kinder – weiter.
Milan Kroma: Wie alt sind Sie?
Ich bin 72 Jahre alt, in Braunschweig geboren und in Wolfenbüttel aufgewachsen.
Celina Fischer: Welche ist Ihre Lieblingsfarbe?
Blau.
Mika Hettling: Mögen Sie Fußball?
Ich schaue Fußball, bin aber nicht so begeistert. Ich bin alter Handballer. Schon als 13-Jähriger habe ich in der Schulmannschaft gespielt und im Tor gestanden. Daher habe ich auch meinen Spitznamen. Wir haben draußen gespielt und es hatte geregnet – es war also matschig. Und ein Torwart muss sich auch hinwerfen, also war ich nach zehn Minuten nass und matschig. Seit her werde ich Robbe genannt.
Mika Hettling: Haben Sie Kinder?
Ja. Ich bin jetzt zum zweiten Mal verheiratet. Und aus erster Ehe habe ich vier Kinder – drei Mädchen und einen Jungen. Und ich habe zwei Großkinder. Meine Kinder und Großkinder sind mein Glück. Und in der Goslarschen Zeitung ist meine Lieblingsseite die Pumpelchenseite – die Seite mit den Babyfotos. Dann denke ich immer, Mensch Fritz, so ein Bündel warst du auch mal.
Celina Fischer: Warum sind Greta und Kasimir nicht in einer Voliere?
Damit sie keine Kinder bekommen. Wir haben zwar vor 20 Jahren eine Prüfung zum Züchter abgelegt, aber wir wollen nicht züchten. Das ist zu zeitaufwendig. Und die Papageien sind wie unsere Kinder. Ein Züchter würde sie wie eine Ware halten, weil er Geld verdienen will. Ein Papagei kostet zwischen 800 und 1000 Euro.
Pia-Celine Wellegehausen: Welche Pflege brauchen die Tiere?
Pedro ist krank. Er hat nur noch ein Bein. Das heißt, er schläft in einer Kiste. Am Tag kann er vier Stunden auf einem Bein stehen, dann kommt er wieder zum Ausruhen in die Kiste. Das kann ich machen, weil ich Pensionär bin. Und zwei Mal in der Woche werden die Volieren und Käfige sauber gemacht, das dauert jeweils vier Stunden.
Pia-Celine Wellegehausen: Was hat Pedro?
Im Jahr 2007 hat er sich selbst einen Brustmuskel durchgebissen. Wir wissen nicht warum. Bei der Untersuchung hat man festgestellt, dass er auch eine Entzündung hat und man ihm ein Bein abnehmen muss. Dann haben wir ihn trainieren lassen, auf einem Bein zu stehen. Und er hat ja noch seinen Schnabel als zweites Bein.
Gina-Marie Kowollik: Hat Ihnen schon einmal einer weh getan?
Ja, das kommt vor. Einmal hat ein Spielkamerad für Pedro mir den kleinen Finger aufgerissen, als ich ihn aus dem Käfig holen wollte, weil sich die beiden nicht verstanden haben.
Elias Letter: Könnten die Tiere einen Schreibblock tragen?
Ja.
Pia-Celine Wellegehausen: Können sie Tricks?
Nein. Das haben wir bewusst nicht gemacht. In Amerika gibt es richtige Papageien-Trainer. Aber das wollen wir nicht.
Lea-Marie Koehlke: Welches ist Ihre Lieblingsgeschichte?
Die vom Weihnachtsmann, der Willie hieß. Die habe ich 1996 geschrieben. Wir hatten unser Haus zum ersten Mal von Außen geschmückt. Da kam eine Oma mit ihrem Enkel vorbei und der Junge sagte: ,Oma, das sieht aber toll aus. Kommt in diesem Jahr der Weihnachtsmann?‘ Da habe ich mich erinnert, wie am Heiligen Abend 1945 mein Vater aus dem Krieg nach Hause gekommen ist. Meine Mutter hat ihn Willi genannt – er war ein großer grauer Mann mit Rucksack. Ich kannte ihn ja praktisch gar nicht. Darüber habe ich gleich eine Geschichte geschrieben und sie ein Jahr lang ruhen lassen. 1997 habe ich sie der Goslarschen Zeitung angeboten, die sie dann gedruckt hat.
Pia-Sophie Naumann: Haben Sie auch ein Gedicht für Ihre Frau geschrieben?
Ja, es heißt ,Ich liebe dich‘ .
Gina-Maria Kowollik: Wollten Sie schon immer Dichter werden?
Nein. Aber der Abend vor Weihnachten hat mich dazu gebracht, zu schreiben. Und nach dem positiven Echo der Goslarschen Zeitung hat alles richtig angefangen.
Gina-Maria Kowollik: Wie lange benötigen Sie für eine Geschichte?
Das kann ich nicht genau sagen. Wenn ich mir Gedanken mache, schreibe ich gleich am Computer alles auf und lasse es dann erstmal liegen. Später schaue ich es wieder an.
Lea-Marie Koehlke: Wovon handelt Ihre nächste Geschichte?
Ich habe noch gar kein Programm. Der heutige Vormittag könnte vielleicht mal zum Inhalt einer Kurzgeschichte werden. Aber zurzeit habe ich keine Lust zu schreiben. Und ich muss ja auch nicht, es ist ja ein Hobby. Ich verhandele gerade mit meinem Verlag, 25 Kurzgeschichten in einem Buch gesammelt herauszugeben.
Lea-Marie Koehlke: Hatten Sie gute Deutschnoten und haben gerne Aufsätze geschrieben? Ja, Deutsch war mein Lieblingsfach. Aber in Mathe, Physik und Chemie war ich nicht gut.
Jan Maylahn: Wie und wann haben Sie Ihre Wetterstation aufgebaut?
Ich bin in Wolfenbüttel aufgewachsen. Und als Krieg war, bin ich mit meinem Bruder und meiner Mutter aufs Land gezogen. Dort habe ich Natur pur erlebt. Wir haben die Wolken und den Wind beobachtet. Und als wir hier unser Haus gebaut haben, wollte ich gerne eine Wetterstation haben. Ich habe an Herrn Kachelmann geschrieben, der aber antwortete, ich bräuchte einen Sponsor, der 10000 DM dafür bezahlt. Den habe ich nicht gefunden. Also habe ich im Internet gesucht und beim Deutschen Wetterdienst gefunden, dass sie nebenberufliche Mitarbeiter suchen. Und seit 2005 habe ich die Station, die der Wetterdienst mir für 30000 Euro hier aufgebaut hat. Die muss ich drei Mal am Tag beschicken.
Sarah Liebelt: Wie wird sie betrieben?
Mit Strom. Und hier im Wohnzimmer habe ich ein Display zum Eingeben der Daten, die nicht automatisch weitergegeben werden.
Sarah Liebelt: Sind Sie gerne Wetterforscher?
Aber ganz gerne bin ich Wetterfrosch. Aber wenn mich jemand fragt, wie das Wetter wird, dann sage ich: ,Morgens wird es hell und abends dunkel‘.
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