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Häuser, Engel und knallige Farben

Gerd Winner ist ein bekannter Künstler – er malt, fotografiert und druckt. Heute lebt und arbeitet der 73-Jährige im Liebenburger Schloss. Dort hat er sich einem Interview gestellt. Othfresener Viertklässler haben sich Fragen überlegt – acht von ihnen befragen den Künstler stellvertretend.
Lara Strohmeier: Auf welche Schule sind Sie gegangen, und hatten Sie im Fach Kunst eine gute Zensur?
Ich bin 1942 in die Volksschule in Braunschweig eingeschult worden. In den folgenden Kriegsjahren bin ich in fünf oder sechs verschiedene Schulen gegangen, weil wir immer wieder evakuiert wurden. Braunschweig wurde bombardiert. 1947 bin ich aufs Wilhelm Raabe Gymnasium gekommen. Während des Krieges fand kein Kunstunterricht statt, wie ihr ihn heute kennt. Ich erinnere mich aber, dass ich es nicht mochte, Adventskränze und Weihnachtsbäume zu gestalten.
Lara Strohmeier: Würden Sie Ihre Familie gerne einmal malen?
Ich glaube, ich genüge meiner Familie nicht – zumindest wenn ich ihre Gesichter malen soll.
Joshua Lauren Walter: Sie haben in vielen großen Städten gelebt. Gefällt es Ihnen in Liebenburg?
Meine Eltern haben mich oft mit in die Natur genommen - zum Pilze sammeln oder in die Heidelbeeren. Da ist die Liebe zur Landschaft entstanden. Nach Liebenburg hat mich die Suche nach Atelierräumen gebracht.
Yanik Binnebesel: Wir haben „Rizzi-Hochhäuser“ gemalt, bunt und mit lustigen Gesichtern. Haben Sie James Rizzi schon einmal gesehen oder ihn in New York getroffen?
Es zog mich nicht in seine Nähe. Ich schätze jeden ernsthaft arbeitenden Künstler. Aber mit Rizzi habe ich innerlich nichts gemein. In New York interessieren mich aber viele andere Künstler.
Gian-Luca Hildebrandt: Wie finden Sie die Stadt New York?
Ich kannte New York nur aus Büchern. Als ich die Städte in Europa bearbeitet hatte, zog es mich in die Stadt der Zukunft - aus europäischer Sicht. Dort leben heute mehr als 160 Volksstämme zusammen. Man spürt an allen Ecken, dass sich die Leute für ihre Stadt interessieren. New York ist aber auch Brennpunkt, mit Einflüssen aus verschiedenen Völkern, die bis zum 11. September friedlich nebeneinander und miteinander lebten.
Pia-Lauryn Rolli: Wie fotografieren Sie die Hochhäuser, damit sie schräg übereinander liegen können und doppelt sind?
Die Kamera folgt dem Auge. Und wenn man hoch schaut und auch nicht genau gerade vor einem Gebäude steht, entstehen diese stürzenden Linien. Ich arbeite auch mit Mehrfachbelichtung. Das heißt, da macht die Kamera gleichzeitig mehrere Bilder. Ich kann sie aber auch selbst übereinander legen.
Joshua Lauren Walter: Haben Sie Freunde in New York?
Ich habe zahlreiche Freunde in New York. Aber sie kommen hier her, ich bin seit dem 11. September nicht mehr dort gewesen. Das kann ich nicht erklären. Aber ich hatte schon vorher meine Fotoarbeit dort abgeschlossen.
Justine Shirjak: Am 11. September, wo waren Sie damals?
Ich war hier im Atelier und hatte das Radio an. Ich habe die Nachricht gehört, dann den Fernseher angeschaltet und bin dann den ganzen Tag nicht davon los gekommen. Die Bilder haben tiefe Spuren hinterlassen. Besonders, weil ich kurze Zeit zuvor in einem Hotel am Fuße der Zwillingstürme übernachtet hatte. Dieser Tag hat auch meine ganze Kunst verändert. Die feuerrote Farbe in verschiedenen Bildern symbolisiert die brennenden Türme. Das ist auch eine Parallele zu meiner Geburtsstadt.
Ann-Kathrin Witte: Wohin würden Sie gerne reisen?
In Europa interessieren uns Paris, Florenz, Rom und London.
Dennis Schirmer: Was inspiriert Sie, woher bekommen Sie ihren Antrieb und die Ideen?
Wenn ich ein Bild male, das es vorher noch nicht gab, dann ist das inspirierend und aufregend. Dann gehe ich auf Entdeckungsfahrt in der Kunst. Aber man ist nie zufrieden, das treibt mich von einem Bild zum nächsten.
Yanik Binnebesel: Was sind eigentlich Skulpturen?
Skulpturen sind Plastiken und das bedeutet Arbeit mit Raum und Volumen. Während meines Studiums in Berlin habe ich überlegt, Bildhauer zu werden. Aber ich wollte die Arbeit mit Farbe nicht lassen.
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