Ein Bischof mit Herz und Humor

Aus Wolfenbüttel extra nach Goslar gekommen ist der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. In der Marktkirche sprach der Theologe mit Viertklässlern aus Goslar über seinen Beruf, den Glauben und die religiöse Praxis.

Alina: Wie alt sind Sie?
Ich bin 61 Jahre alt.

Michelle: Wo wohnen sie?
In Wolfenbüttel.

Julia: Wo haben Sie als Kind gewohnt?
In der Nähe von Frankfurt.

Tim: Wo sind Sie zur Schule gegangen?
Auf ein Gymnasium in Gießen.

Katharina: Was haben Sie studiert?
Deutsch und Geschichte.

Julia: Wie lange sind Sie schon Landesbischof?
Seit neun Jahren bin ich Landesbischof. Pfarrer bin ich seit 38 Jahren.

Jannis-Tristan: Warum sind Sie Landesbischof geworden?
Weil ich gefragt wurde und dann gewählt wurde.

Fabian: Wie ist es, Bischof zu sein?
Meistens gut, aber auch manchmal anstrengend. Aber ich kann das empfehlen.

Daniel: Wann fangen Sie morgens an zu arbeiten?
7.45 Uhr

Jannis-Tristan: Wie ist es dazu gekommen, dass Kinder von Kirchenmännern misshandelt wurden?
Das ist eine ganz schlimme Sache gewesen. Das ist auch weniger in der evangelischen Kirche passiert. Diese Fälle hat man nicht ordentlich bestraft und der Polizei mitgeteilt. So entstand der Eindruck, dass die Menschen in der Kirche diese Dinge verschleiern wollten. Ich finde es gut, dass es jetzt in der katholischen Kirche Regeln gibt, wie man damit umgehen muss. Denn das ist das Schlimmste, was ein Erwachsener einem Kind antun kann.

Yakup Can: Können Mönche Menschen heilen, wenn sie krank sind?
Mönche konnten früher schon sehr gut mit Kräutern umgehen, deshalb haben sie auch Gärten. Damit können Sie helfen, aber sie sind keine Ärzte.

Maurice-Pascal: Haben Sie schon einmal Menschen geholfen?
Ja, auf der Straße - so wie ihr sicherlich auch. Ich habe auch schon einmal mit Geld geholfen, aber das ist nicht immer das Richtige.

Lea: Haben Sie auch manchmal Schwierigkeiten bei der Arbeit?
Ja, wenn ich Dinge verändern möchte und muss, weil sie sich nicht gut entwickelt haben. Dann versuche ich die Menschen davon zu überzeugen, das ist manchmal schwierig. Oder wenn es Probleme in unserem Land gibt, dann trete ich für Verbesserungsvorschläge ein, zum Beispiel, dass alle Nichtchristen ordentliche Kirchen in Deutschland erhalten. Das gibt manchmal Ärger. Dann bekomme ich böse Briefe.

Alina: Haben Sie schon mal einen Popstar getroffen?
Nein, nur im Fernsehen gesehen.

Lea: Waren Sie schon mal auf einer Trauer?
Als Pfarrer habe ich ganz viele gemacht. Heute noch manchmal. Das ist ein wichtige Aufgabe für Pfarrer, die Menschen in dieser Zeit zu begleiten.

Deniz: Sind Sie oft bei Ihrer Familie?
Ich müsste sicherlich mehr bei ihr sein. Aber meine Kinder sind schon lange nicht mehr zu Hause. Und meine Frau freut sich, wenn ich nach Hause komme. Zwischendurch rufe ich sie an.

Daniel: Seit wann gibt es Bischöfe?
Seit ungefähr 1800 Jahren. Evangelische Bischöfe gibt es seit 90 Jahren.

Daniel: Sind Sie ein Freund vom Papst?
Nein. Den vorherigen Papst habe ich gekannt. Ich bin aber manchmal in Rom und treffe mich mit Menschen, die für die katholische Kirche zuständig sind. Denn ich habe eine besondere Aufgabe - ich spreche mit katholischen Bischöfen über die Ökumene.

Jannis-Tristan: Wieso wurden Kirchen gebaut?
Weil die Menschen Gott glauben. Und weil sie einen Ort zum Versammeln brauchen - aber einen Ort, der anders ist als das Wohnzimmer. Früher hat man gesagt, das ist ein heiliger Ort. Die evangelische Kirche sagt das heute nicht so gerne. Aber eine Kirche ist ein Ort, an dem man auf Menschen trifft und auf Botschaften und Stimmungen. Hier nehmen wir etwas mit, das uns im Alltag hilft. Wir nehmen mit, das Leben ist gut und jeder Einzelne ist wertvoll.

Fabian: Wie viel kostet diese Kirche?
Die ist unbezahlbar. Sie hat keinen Preis.

Sezer: Wie lange hat man gebraucht, um sie zu bauen?

Bestimmt 50 bis 100 Jahre. Die Goslarer haben sie selbst gebaut und bezahlt. Und für so große Kirchen braucht man so lange. Sie werden entweder nach und nach gebaut oder, wenn vorher dort eine kleinere Kirche stand, wird die größere darüber gebaut. Ist sie fertig, kann die kleinere abgerissen werden.