Sparen durch richtiges Heizen

Von Tanja Plock


Energieberaterin Margrit Zawieja von der Verbraucherzentrale überprüft die Heizungsanlage von Familie Becker. Foto: Kusian-Müller

GOSLAR. Akute Frostbeulengefahr: Es wird draußen immer kälter. Frieren will man in diesen Tagen natürlich nicht – also Heizung hochdrehen. Das kann teuer werden. Aber durch ein paar Kniffe lässt sich eine Menge sparen. Energieberaterin Margrit Zawieja zeigt der Goslarerin Martha Becker wie das geht. Das Haus der Familie ist aus den 60er Jahren. An der Wand gibt es nicht nur Bilder, sondern Zuluftklappen, durch die jeder Raum für sich geheizt wird. Heizkörper? Fehlanzeige. Aber egal welche Heizanlage man hat – Sparen kann man immer, sagt die Energieberaterin. Familie Becker hat eine Warmluftheizung. Dabei wird die Luft direkt als Wärmeträger benutzt. Die Luft wird an einer zentralen Wärmequelle erwärmt und über ein Kanalnetz verteilt. Genau regulieren lässt sich das zurzeit nicht. Und das ist auch das Problem aus Sicht der Expertin. Bisher hat Martha Becker alleine gelebt und musste monatlich 205 Euro für Gas bezahlen. Jetzt wohnen auch ihre Tochter und die beiden Enkel bei ihr. Die Kosten ließen sich um die Hälfte reduzieren, sagt Zawieja. Dazu müsste sie aber nicht nur ihre Heizung aufrüsten, sondern auch das Haus nachträglich dämmen.

Regulierung der Heizung

„Die vorhandene Warmluftheizung kann mit entsprechend geringem finanziellen Aufwand mit Brennwerttechnik modernisiert werden, um sparsamer zu heizen“, erklärt die Beraterin. „Mit Zimmerthermostaten und Ventilatoren könnte die Heizung besser gesteuert werden.“ Gleichzeitig müsste das Haus besser gedämmt werden. Sowohl die Außenwände als auch das Dach und die Kellerdecke könnten besser isoliert werden.

Richtig Heizen und Lüften

Richtig Heizen und Lüften? Auch dafür hat die Energieexpertin Tipps. Die Temperatur in den einzelnen Räumen sollte regelmäßig mit einem Thermometer überprüft werden, erklärt sie Martha Becker. Kühle Räume sollte man nicht mit der Luft aus wärmeren Zimmern heizen – also Tür zu. Dabei gelange meist zu wenig Wärme, aber zu viel Feuchtigkeit in den kalten Raum. Die Gefahr von Schimmelpilzen steigt. Möbelstücke sollten nicht zu dicht an der Außenwand stehen, sondern zehn Zentimeter abgerückt werden. Ein Ammenmärchen deckt Zawieja auch noch auf: Es wird nicht schneller warm, weil man die Heizung höher dreht.

Nicht auskühlen lassen

Die Beraterin rät Familie Becker, die Räume nicht zu sehr auskühlen lassen – ebenfalls um Schimmel zu vermeiden. Mindestens 16 Grad sollten es schon sein. Die meisten bevorzugen aber ohnehin ein wärmeres Haus. Jedes Grad mehr erhöht allerdings die Heizkosten um sechs Prozent. Gluckert es im Heizkörper, ist Luft drin. Die muss abgelassen werden. „Sonst dauert es länger, bis es im Raum warm ist und es wird unnötig Energie verschwendet.“ Sinnvoll sei es auch, abends die Rollläden runter zu lassen, damit die Wärme nicht nach außen entweicht.

Keine Ablagefläche

Den Heizkörper sollte man nicht als Ablagefläche missbrauchen. Das Thermostat darf nicht verdeckt werden – auch nicht von Gardinen. Ansonsten zählt zwar der Verbrauch, es wird aber weniger Wärme abgegeben. Die Expertin rät zu elektronisch geregelten Thermostaten. Sie regeln die Raumtemperatur der Uhrzeit nach. So ist das Bad morgens zum Duschen kuschelig warm, kühlt aber tagsüber herunter. Martha Becker ist begeistert, dass sie ihre Kosten so stark reduzieren kann, ohne die Temperatur zu senken.

Fazit

Werden alle Tipps befolgt, kann die Familie aus Sicht der Expertin die Hälfte der Heizkosten einsparen. Das wären satte 100 Euro. Ohne die Wärmedämmung ist immerhin noch eine Reduktion um ein Drittel oder ein Viertel drin.