Gut gespart im warmen Heim

Von Tanja Plock


Energieberaterin Margit Zawieja (rechts) zeigt der Liebenburgerin Juliane Franke, in welchen Bereichen besonders viel Wärme entweicht. Foto: Kusian-Müller

LIEBENBURG. Schön im warmen Wohnzimmer sitzen, während der Spätherbst über den Harz hereinbricht, ist eine feine Sache. Blöd nur, wenn die Heizkosten einem die Tränen in die Augen treiben – so wie bei Juliane Franke aus Liebenburg. Energieberaterin Margrit Zawieja weiß, wie man durch das richtige Dämmen spart.

Familie Franke zahlt 200 Euro monatlich für die wohlige Wärme. Das Haus ist nicht mehr das Neueste, wurde bereits 1980 gebaut. „Die Kosten könnten aber durch gezielte Maßnahmen halbiert werden“, erklärt die Beraterin von der Verbraucherzentrale. Das Problem: Das Haus ist auf dem Stand der Achtziger Jahre stehen geblieben. Eine Nachdämmung erfolgte wie in vielen Fällen nicht. Ist das Gebäude aber besser gedämmt, muss automatisch weniger geheizt werden. Zawieja: „Die beste Methode, Heizkosten zu sparen ist deshalb, das Haus dick einzupacken.“ Zudem steigt durch die Sanierung neben der Behaglichkeit auch der Wert des Gebäudes.

Hauswände

Sowohl bei den Außenwänden als auch bei Dach und Keller lässt sich also aus Sicht der Expertin etwas machen. Etwa zwei Drittel der Wärme entweichen bei einem nicht gedämmten Einfamilienhaus an diesen Stellen ungenutzt. Der Hohlraum zwischen Außen- und Innenwand sollte deshalb nachträglich fachmännisch gedämmt werden, rät Zawieja, während sie mit der Wärmebildkamera durchs Haus läuft. Das sei wichtig, damit der Feuchtigkeitshaushalt in der Wand intakt bleibt und kein Schimmel entstehen kann.

Fenster und Türen

Zielstrebig läuft sie durchs Wohnzimmer. Vor dem großen Fenster checkt Zawieja mit der Kamera, ob irgendwo besonders viel Wärme entweicht. Fenster und Türen sollten überprüft werden, ob sie noch dicht sind oder sich unter Umständen über die Jahre verzogen haben. Nach 30 Jahren sollten sie eigentlich ausgetauscht werden, sagt die Beraterin. Das bunte Bild auf dem Display der Wärmebildkamera zeigt aber, dass die von Hausherr Hartmut Franke eingebauten Fenster immer noch gute Dienste tun. Sie dürfen also bleiben. Die Garage doppelt zu dämmen, hält die Energieberaterin ebenfalls für sinnvoll.

Keller und Dachboden

Was für Außenwände gilt, trifft auch unter dem Dach zu: Eine zusätzliche Dämmschicht, die auf dem Dachboden verlegt oder ausgerollt wird, reduziere Energieverluste deutlich, sagt Beraterin Zawieja. Beim Fußboden unterm Dach kann man sich aus Sicht der Expertin ruhig im Baumarkt beraten lassen. Auch im Keller sollte die Familie die Decke und Wände verkleiden. Selbst die Treppe kann von unten gedämmt werden.

Heizung

Im nächsten Raum streckt Zawieja ihre Hände in Richtung Heizungsrohre. Um einen Wärmeverlust zu verhindern, sollten auch diese verkleidet werden. Jeder Meter ungedämmter Heizungsleitung bedeute Geldverschwendung. Dass man so viel durch richtiges Dämmen sparen kann, überrascht Juliane und Hartmut Franke. „Das ist schon sehr interessant.“ Man liest ja immer viel, aber man wusste nie, was man genau machen muss.“

Ergebnis

Werden alle Tipps befolgt, kann die Familie laut Zawieja bis zu 100 Euro im Monat sparen – und muss trotzdem nicht bibbernd im Wohnzimmer sitzen. Die Kosten für die Dämmung von Dach, Außenwänden und Keller werden bei jedem Haus individuell berechnet und sind deshalb auch sehr unterschiedlich. Die Gesamtkosten liegen laut Zawieja etwa zwischen 30 000 und 60 000 Euro. Wurde das Haus vor 1980 gebaut, lohnt sich eine Dämmung in jedem Fall. Ansonsten muss genau kalkuliert werden, ob sich der Aufwand rechnet.