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Den Stromfressern auf der Spur

Rundgang durch die Wohnung: Margrit Zawieja (re.) erklärt Karin Wehner, wie man in der Küche Strom sparen kann. Foto: Kusian-Müller
GOSLAR. Es gibt Briefe, die würde Karin Wehner am liebsten gar nicht erst aufmachen. Stromrechnungen fallen in diese Kategorie. Die Goslarerin hat das Gefühl, dass sie zu viel bezahlt. Mit Energieberaterin Margrit Zawieja begibt sie sich auf die Suche nach Stromfressern.
Gut getarnt zeigen sie sich oftmals erst am Ende des Jahres – in Form von hohen Nachzahlungen. Karin Wehner wohnt mit ihrem Mann in einer 4-Zimmer-Wohnung am Rande der Altstadt. Die Energieberaterin bestätigt die Vermutung der Goslarerin. Für ihre Wohnsituation wären eigentlich 2000 Kilowattstunden pro Jahr normal. Auf ihrer Rechnung stehen aber satte 3695Kilowattstunden. Das macht 70 Euro im Monat. Irgendwo müssen sie also sein, die Stromräuber, die ihr Monat für Monat das Geld aus der Tasche ziehen:
Glühbirnen
In der Küche entdeckt Zawieja die erste Kostenfalle: Einige Glühbirnen haben eine unnötig hohe Wattzahl. Überdimensioniert findet die Expertin zum Beispiel die Birnen in der Dunstabzugshaube, mit der die Goslarerin die ganze Küche ausleuchten könnte. Zawieja empfiehlt eine sparsame Beleuchtung, zum Beispiel durch LED-Lampen.
Kühlschrank und Gefrierschrank
In der Küche entdeckt die Energieberaterin aber noch weitere Stromfresser: Der 14 Jahre alte Kühlschrank hat den 2,6-fachen Stromverbrauch eines neuen Models. Den alten Gefrierschrank sollte Wehner ebenfalls austauschen. Eine Truhe sei wesentlich kostengünstiger. Bei ihrem Geschirrspüler könnte sie den Stromverbrauch durch die Nutzung der Ökotaste um 30 bis 50 Prozent reduzieren.
Fernseher im Stand-by-Betrieb
Weiter geht es ins gemütlich eingerichtete Wohnzimmer der Altbauwohnung. In der Schrankwand steht der Fernseher des Ehepaares, darunter der DVD-Player, daneben die Stereoanlage. Auch wenn nur ein kleines Lämpchen leuchtet: Geräte, die dauerhaft im Stand-by-Betrieb sind, lassen die Stromrechnung weiter anwachsen. Zawieja: „Ein Fernseher braucht so viel Strom wie eine Glühbirne. Hifi-Anlagen, Drucker und Monitore sogar 40 bis 80 Watt pro Stunde.“ Sogar ausgeschaltete Geräte, die nur am Strom angeschlossen sind, ziehen Saft. „Das hätte ich nie gedacht“, gibt Wehner zu.
Waschmaschine und Trockner
Auch beim Waschen gibt es Grund zur Kritik. Karin Wehner wäscht ihre Handtücher gerne bei 60 Grad. Unnötig, sagt Zawieja. „Was die Hygiene und die Sauberkeit betrifft, ist das nicht notwendig. Leicht verschmutzte, farbige und synthetische Textilien werden auch bei 30 oder 40 Grad sauber und porentief rein.“ Bei hartnäckiger Verschmutzung könne die Wäsche auch mal bei 60Grad gewaschen werden – aber nicht jedes Mal. Denn: Je höher die Waschtemperatur, desto höher der Stromverbrauch. „Man kann die Hälfte an Strom sparen, wenn man die Maschine auf 40 statt auf 60 Grad einstellt. Bei 30 Grad benötigt man nur ein Drittel des Stroms.“ Getrocknet werden sollte nur, wenn es nötig ist. Ein weiterer Tipp: Gut geschleudert ist halb getrocknet. „Das Trocknen verbraucht mindestens drei- bis viermal so viel Strom wie das Waschen der gleichen Wäschemenge.“
Das Ergebnis
Wenn die Goslarerin alle Tipps befolgt, kann sie pro Jahr zwischen 180 und 200 Euro sparen, sagt Zawieja. Karin Wehner ist begeistert von so viel Einsparpotenzial: „Die Beratung war sehr informativ. Wir werden auf jeden Fall einen neuen Kühlschrank kaufen und mehr auf den Verbrauch achten. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Wege gibt, Strom zu sparen.“
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