Vienenburg

Malzfabrik-Abriss: Stadt liegt im Clinch mit bisheriger Abbruchfirma

28.07.2010
Von Andreas Gereke

Malzfabrik-Abriss: Stadt liegt im Clinch mit bisheriger Abbruchfirma

Vienenburgs Malzfabrikruine im romantischen Abendlicht: Die Siloanlagen fielen bereits dem Schneidbrenner zum Opfer. Für den noch anstehenden Abriss der Darre, es ist das helle Gebäude links, sucht die Stadt derzeit nach einem neuen Abrissunternehmen. Fo

VIENENBURG. Über Wochen hallten die krachenden Abrissgeräusche von der Malzfabrik über die Kernstadt. Doch seit einiger Zeit herrscht Stille, obwohl der Abriss noch nicht abgeschlossen ist. Grund ist ein Streit zwischen dem bisherigen Abrissunternehmen und der Stadt, die nun der Firma den Auftrag entzogen hat.

„Im Laufe der Abrissarbeiten hat die bisherige Auftragnehmerin Nachtragsforderungen gestellt. Die Stadt Vienenburg hält diese Nachtragsforderungen für unbegründet“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Die Verwaltung habe versucht, die Differenzen durch Verhandlungen auszuräumen und unterbreitete ein Angebot. „Die Auftragnehmerin hat auf ihren Forderungen beharrt und keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Sie hat stattdessen ihre Arbeiten zunächst verzögert und danach insgesamt die Fortsetzung verweigert, wenn die Stadt Vienenburg nicht die Forderungen in voller Höhe begliche“, schreibt die Kommune in der Mitteilung. Die Stadt setzte daraufhin Fristen zur Wiederaufnahme der Arbeiten – die habe die Firma verstreichen lassen. Ergo entzog ihr die Stadt wie angedroht den Auftrag. „Das Unternehmen zeigt sich unversöhnlich. Ich gehe davon aus, dass wir uns vor Gericht wiedersehen“, erklärt Bürgermeisterin Astrid Eltner.

Seitens der Abbruchfirma stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Die Ausschreibung habe eine unzulässige Form des Abrisses vorgesehen, so dass das Unternehmen seine Abrisspläne ändern musste. Es sei gezwungen gewesen, mehr Personal einzusetzen, was mehr Lohnkosten verursachte. Die Mehrkosten fordere das Unternehmen nun ein, erklärte Vojislav Stojkovic, Geschäftsführer der Hamburger Firma MeHa Umwelttechnik.

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