Braunlage

Kurortstatus: Rat zieht die Reißleine

30.06.2010
Von Werner Beckmann

Kurortstatus: Rat zieht die Reißleine

ST. ANDREASBERG. Auf der Ziellinie zum Heilklimatischen Kurort zieht der Rat die Reißleine, bewirbt sich die Bergstadt nun „nur noch“ um den Status Luftkurort. Damit will der Rat einer drohenden Bauchlandung zuvor kommen und absichern, dass auch im kommenden Jahr Kurbeitrag fließen kann. In der Stadt fehlt es an erforderlichen medizinischen Einrichtungen.

Es war eine einstimmige Entscheidung, die allerdings mehr der Sorge, denn der Überzeugung entsprang. Die Geschichte der Neuprädikatisierung erinnert an Pleiten, Pech und Pannen. Und dabei machten offenbar auch in der Bergstadt die mit der Prüfung beauftragten Stellen nicht immer die beste Figur. Wobei Bürgermeister Hans-Günter Schärf auch „Schwierigkeiten in der eigenen Verwaltung“ einräumte.

Zick-Zack-Kurs

Auf beiden Feldern hakte Kurausschuss-Vorsitzender Bernd-Peter Rath ein. „Offenkundig nicht immer professionell“ habe sich die Stadtverwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze verhalten, konstatierte der Unionspolitiker, und forderte „in so wichtigen Dingen klare, schriftlich fixierte Absprachen“.

Andererseits verdiene auch die vom Wirtschaftsministerium beauftragte und beim Niedersächsischen Heilbäderverband angesiedelte Serviceagentur und der Vergabeausschuss Kritik. Zick-Zack-Kurs statt klarer Linie, so Bürgermeister Schärf dazu, habe nicht allein in St. Andreasberg für Verwirrung gesorgt.

Ein „sensationell gutes Klimagutachten“ machte der Bergstadt Mut, weckte Hoffnungen, es könne eine „Übergangslösung“ geben, bis Lanserhof, Rehbergklinik oder Kurhotel am Kurhaus die fehlenden Einrichtungen beisteuern könnten.

Ist-Zustand entscheidet

Eine Rechnung, die die Bergstadt ohne das Wirtschaftsministerium und die Vergabekommission gemacht hat. Die erklärten nun kurz vor Toresschluss, ausschlaggebend sei allein der Ist-Zustand.

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