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Seesen
Sehusafest lockt etwa 40.000 Besucher an
SEESEN. Es war das ruhigste Sehusafest seit Jahren – aber nur für die Polizei. Sie schätzt, dass 40.000 Besucher am Wochenende auf das Areal gekommen sind, um ins Mittelalter einzutauchen.
Der Regen ist schuld, dass das Fest am Samstag nur langsam in Gang kommt. Noch eine Stunde vor Beginn des 30-jährigen Krieges regnete es in Strömen. Erste Bedenken werden laut, ob die Schlachtszenen vor dem Jagdschloss pünktlich beginnen können, doch 20 Minuten vor dem Startschuss klart der Himmel auf. Es ist nicht zu überhören, es knallt und rumst – der 30-jährige Krieg ist in vollen Zügen.
„Über 200 Musketiere und Pikeniere sind dieses Jahr hier in Seesen“, erklärt der Zweite Vorsitzende der Sehusa Musketiere Andreas Bockfeld. „Von 17 angekündigten Gruppen sind immerhin 13 gekommen, so viele wie seit 1984 nicht mehr“, verkündet er stolz. Das Ergebnis ist deutlich sichtbar: mehr Rauch, mehr Kampfszenen und lauteres Gebrüll.
Am Morgen hatte als erstes der mittelalterliche Markt seine Pforten geöffnet. Mehr als 60 Handwerkskünste aus früherer Zeit wurden präsentiert. Josef Johanning, Besitzer eines Armbrustschießstandes, hatte ebenfalls sein Lager in Seesen aufgeschlagen. Unter seinem Ritternamen „Jos vom Eichsfeld“ unterwies er Interessierte im Umgang mit den bis zu fünf Kilo schweren Waffen. „Die Resonanz ist hier sehr gut“, sagte Johanning, der gemeinsam mit seiner Magd Heike sein Hobby auf den schönsten Märkten in Deutschland auslebt. Ein spezieller Tunnel verhindert, dass der Pfeil unkontrolliert seine Flugbahn verändert. So trifft zwar nicht jeder Schuss ins Schwarze, aber auf jedem Fall nicht auf ein fremdes Grundstück.
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