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Seesen
Stadt feiert Bau des Jacobson-Tempels vor 200 Jahren
SEESEN. Ein Miniatur-Modell und ein Foto an der Wand – das ist alles, was von der einstigen Synagoge im Kirchenzentrum Seesen übrig geblieben ist. Dennoch feierten die Seesener in einem ökumenischen Festakt das 200-jährige Bestehen des Jacobson-Tempels, der 1938 unter der Naziherrschaft zerstört wurde.
Im Mittelpunkt stand dabei das Gedenken an das einst friedfertige Zusammenleben zwischen Christen und Juden sowie die Mahnung, die Gräueltaten der Nazis nicht zu vergessen. Zu den Festrednern gehörten neben Seesens Bürgermeister Hubert Jahns Landesbischof Friedrich Weber, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, der Seesener Propst Thomas Gleicher sowie Professor Andor Izsák, Leiter des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik in Hannover.
Letzterer präsentierte stolz die musikalischen Darbietungen des Chores der jüdisch-theologischen Universität Budapest unter der Leitung von Maria Adam. „Wir Juden können nicht beten, wenn wir nicht musizieren“, sagte Izsák.
Mit Blick auf die damalige Ungeheuerlichkeit Jacobsons, eine Orgel in die Synagoge zu bauen, betonte Izsák, dass mit der Seesener Synagoge eine Brücke gebaut worden sei, die für Toleranz zwischen Menschen verschiedener Religionsgruppen und Meinungen werbe.
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