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Faksimile vom Evangeliar Heinrichs des Löwen fürs Heimatmuseum

26.11.2009
Von Andreas Gereke

Faksimile vom Evangeliar Heinrichs des Löwen fürs Heimatmuseum

HORNBURG. Große Gabe für das Heimatmuseum: Das Ehepaar Dr. Gerhard und Marita Barner stellt der Einrichtung ein Faksimile vom Evangeliar Heinrichs des Löwen als Dauerleihgabe zur Verfügung. Das Besondere: Die Kostbarkeit verschwindet nicht im Tresor, es soll sogar in ihr geblättert werden.

Es ist zwar „nur“ eine originalgetreue Reproduktion – und dennoch eine kleine Sensation. „Fast immer werden wichtige Kulturgüter des Menschen vor den Menschen weggeschlossen“, sagt Hornburgs Stadtdirektor Andreas Memmert. Das soll im Museum der alten Fachwerkstadt nicht passieren. Es ist ausdrücklicher Wunsch der Besitzer, dass das Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. „Wir haben zuletzt zu wenig darin geblättert. Das Buch darf nicht im Archiv verschwinden, und es soll für alle Zeiten in Hornburg bleiben“, sagt Marita Barner.

Natürlich wird das Faksimile eines der wichtigsten christlichen Zeugnisse der Weltgeschichte nicht einfach offen herumliegen. In der kommenden Woche wird eine eigens für das Evangeliar gebaute Vitrine geliefert, in der das Buch ausgestellt wird. Aber das Herausziehen aus dem Panzerglasschrank wird unter fachlicher Aufsicht möglich sein, Museumsmitarbeiter sollen wohl das Umschlagen der Seiten übernehmen, so Horst Hammer, Vorsitzender des Heimatmuseumsvereins.

Was ist der Hintergrund für diese außergewöhnliche Dauerleihgabe? „Meine Vaterstadt Hornburg soll gesegnet werden“, sagt Dr. Gerhard Barner. Sein Großvater stammt aus dem Ilsestädtchen und zog 1900 nach Braunlage, wo er das berühmte Sanatorium gründete. Er selbst wuchs in Braunlage auf, schlug aber keine Arztkarriere ein, sondern war Vorstandsvorsitzender der damaligen Landesgenossenschaftsbank. „Wir sind eine große Familie – und alle sind der Meinung, dass das Buch nach Hornburg gehört“, erklärt Barner. Jetzt versprechen sich die Museumsverantwortlichen deutlich mehr Besucher als die bisher rund 3.000 jährlich. Ab Ende kommender Woche soll die Reproduktion zu erleben sein.

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