Schladen

Schutz für die Zuckerrübe verbessern: Anbauerverband sieht Nordzucker in der Pflicht

03.02.2010
Von Detlef Kühlewind

Schutz für die Zuckerrübe verbessern: Anbauerverband sieht Nordzucker in der Pflicht

SCHLADEN. Lange Kampagnen sind nicht im Interesse der Rübenanbauer. Das betonte Walter Borris, Vorstandsmitglied des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte, am Mittwoch vor rund 180 Landwirten bei der Winterversammlung in der Kantine der Zuckerfabrik Schladen.

„Es muss sichergestellt werden, dass die Qualität der Rüben bis zum Ende der Kampagne erhalten bleibt“, forderte Borris. Dass es in diesem Winter keine größeren Probleme gegeben habe, sei nur dem glücklichen Umstand zu verdanken gewesen, dass die Temperaturen niedrig geblieben sind und die gefrorenen Rüben nicht antauten und matschig wurden.

Bei der Suche nach Abhilfe nahmen die Anbauer den Nordzucker-Konzern in die Pflicht. Schließlich habe das Unternehmen nicht nur durch die Schließung von Standorten zur Verlängerung der Kampagnen beigetragen, sondern ziehe auch den wirtschaftlichen Nutzen daraus. Vorgeschlagen wurde zu prüfen, ob die Rübenmieten mit Stroh abgedeckt werden können, um sie besser zu schützen. Gelobt wurden die Landkreise Goslar und Wolfenbüttel, denen es gelungen sei, die Zufahrt zur Zuckerfabrik schnee- und eisfrei zu halten.

Die Landwirte sollen neue Erntetechnik einsetzen, um einen möglichst hohen und stabilen Zuckerertrag zu erzielen. Dazu rief Dr. Clemens Becker auf, Geschäftsführer des Anbauerverbandes. Als Beispiel nannte Becker den Verzicht auf das Abschlagen der Blätter, wodurch immer auch ein Teil der Frucht verloren gehe. Besser sei es, das Blattwerk durch maschinelles Putzen zu entfernen. „Das bringt zwei bis drei Prozent mehr Ertrag“, erklärte Becker unter Verweis auf entsprechende Versuche.

In ihren Fragen zielten die Rübenanbauer und Aktionäre wiederholt auch auf Unternehmensentscheidungen mit besonderer Tragweite ab und handelten sich dafür den Vorwurf ein, sich nicht in einer Aufsichtsratssitzung zu befinden. Themen waren die Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Hans-Gerd Birlenberg zum 31. Januar, der geplante Rückzug aus der Beteiligung an vier Werken in Serbien sowie die 700 Mio. Euro teure Übernahme von Danisco, jetzt Nordic Sugar.

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