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Region Harz
Politik stellt Fragen zum akuten Notärztemangel
HARZ/GOSLAR. Die kritische Notärztesituation beim Rettungsdienst Goslar wird in der Kommunalpolitik zum Thema. Am Wochenende hatte der SPD-Ortsverein die Kreiswirtschaftsbetriebe und die Asklepios-Harzkliniken aufgefordert, den Mangel „umgehend abzustellen“ und eine umfassende Versorgung zu garantieren.
Nun hat sich auch die SPD-Landtags- und Kreistagsabgeordnete sowie SPD-Unterbezirksvorsitzende Petra Emmerich-Kopatsch zu Wort gemeldet. Sie bittet Landrat Stephan Manke (SPD) um die Beantwortung einiger Fragen. Manke ist zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreiswirtschaftsbetriebe, zu dem der Rettungsdienst gehört.
Emmerich-Kopatsch will etwa erfahren, wann der Rettungsdienst von der Asklepios-Klinik in Goslar erfahren hat, dass die Notarzt-Versorgung eingeschränkt wird und ob der Verwaltungsrat „frühzeitig und umfassend“ informiert wurde. Sie fragt zudem, wie die Kreiswirtschaftsbetriebe dem Rettungsdienstgesetz noch gerecht werden.
Seit Oktober stellen die Asklepios-Harzkliniken von montags bis donnerstags zwischen 19 und 7 Uhr keine Notärzte mehr für den Rettungsdienst in Goslar ab. Dadurch kann es bei Einsätzen zu Verzögerungen oder Fahrten ohne Arzt im Rettungswagen kommen. Vorige Woche war bekannt geworden, dass Mitarbeiter intern darauf drängen, mehr Ärzte einzustellen und die Arbeitsbedingungen für Mediziner beim Rettungsdienst zu verbessern.
Die Lücken füllen die Kreiswirtschaftsbetriebe mit eigenen Rettungsdienstärzten aus Bad Harzburg und Seesen sowie Honorarkräften. Bei Einsätzen in anderen Orten, die von Goslar aus versorgt werden, rufen die Kreiswirtschaftsbetriebe Rettungsdienste aus Salzgitter und Osterode zu Hilfe. Ingrid Reh, Vorstand der Kreiswirtschaftsbetriebe, betont, nachts könnten Probleme entstehen. Bisher habe es aber keine Schwierigkeiten gegeben. Den Verwaltungsrat, in dem Beschäftigte der Kreiswirtschaftsbetriebe und Kreistagsmitglieder sitzen, habe sie über die Situation informiert. Derzeit verhandeln Kreiswirtschaftsbetriebe und Asklepios darüber, dass die Klinik wieder mehr Ärzte abstellt.
Unterdessen erneuern der CDU-Kreistagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Stoffregen und der CDU-Stadtverband Goslar ihre Kritik an den Strukturen der Kreiswirtschaftsbetriebe. In einem Brief an den Landrat schreibt Stoffregen: „Ich halte es nach wie vor für verunglückt, die Bereiche Abfall und Rettungsdienst zusammenzuführen und zugleich als Anstalt öffentlichen Rechts auszugliedern.“ Vorher seien Belange der Betriebe in öffentlichen Fachausschüssen diskutiert worden, nun nicht mehr. Der CDU-Stadtverband meint, eine Änderung sei „dringend notwendig“. Weil die SPD im Kreistag und im Verwaltungsrat die Mehrheit stelle, trage sie Verantwortung für die jetzige Situation.
Kommentare
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Dieses Thema beschreibt nur die Spitze des Eisberges. Wie will ein bei alltäglichen Notfallsituationen an seiner Grenze arbeitender Rettungsdienst Sonderfälle mit einer Vielzahl von Verletzten (Bus-, Bahn-, Betriebsunfälle,...) abdecken? Die dabei benötigten Unterstützungsärzte aus den Nachbarkreisen sind ja schon als Regelkraft für den Rettungsdienst eingeplant.
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Die Forderung nach mehr Gehalt ist sicherlich jedem Arbeitnehmer ein verständliches Anliegen und auch im Rettungswesen ein wichtiger Punkt für die Zufriedenheit der Ärzte. Der Bundesweite Ärztemangel hat auch vor dem Landkreis Goslar nicht halt gemacht. Die Kliniken haben aufgrund ihrer eigenen Krankenhaus- und Lohnpolitik nicht mehr die Möglichkeit, die für den Rettungsdienst erforderlichen Notärzte zur Verfügung zu stellen. Unter anderem aus diesem Grund haben die Kreiswirtschaftsbetriebe Goslar (KWB) als einziger Rettungsdienst in Niedersachsen eigene Ärzte beschäftigt, alle samt Fachärzte, da nur so sichergestellt werden kann, dass die notärztliche Versorgung sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft gesichert ist. Die Eintreffzeiten für den Rettungsdienst gelten ausschließlich für das zuerst am Notfallort eintreffende Rettugsmittel. Diese Zeiten stellen die KWB sicher.
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