Region Harz

Notärztemangel im Rettungswagen

18.11.2009
Von Oliver Stade

Notärztemangel im Rettungswagen

HARZ. Die Kreiswirtschaftsbetriebe haben Probleme, das Notarzteinsatzfahrzeug in Goslar rund um die Uhr mit einem Arzt zu besetzen. Bei dringenden Einsätzen drohen folgenreiche Verzögerungen.

Der neue Kooperationsvertrag zwischen den Asklepios-Harzkliniken in Goslar und dem Rettungsdienst weist eine gefährliche Lücke auf: Montags bis donnerstags zwischen 19 und 7 Uhr stellt das Krankenhaus seit einigen Wochen keinen Mediziner mehr für das Notarzteinsatzfahrzeug bereit.

In den nicht abgesicherten Zeiten müssen Mediziner aus anderen Orten angefordert werden, falls diese während des Notrufs nicht andernorts gebraucht werden. An wie vielen Stunden ein Arzt fehlt, darüber gibt es nur unkonkrete Angaben. Ingrid Reh, Vorstand der Kreiswirtschaftsbetriebe, sagt: „Das differiert von Woche zu Woche.“

Mit der dünnen Personaldecke, die im Oktober eintrat, scheinen Verzögerungen programmiert – samt möglicherweise schwer kalkulierbarer Folgen. Bisher habe es keine Komplikationen gegeben, betont Folke Kruse, Abteilungsleiter Rettungsdienst. In der kritischen Zeit werde das Fahrzeug täglich durchschnittlich zweimal angefordert.

Ungefährlich ist die Mangelsituation nicht. Reh räumt ein, dass „die Sicherstellung der Notarztversorgung mit den Harzkliniken im Moment nicht vollumfänglich läuft“. Sie sagt weiter: „Das kann mitunter nachts ein Problem sein.“ Einen Notstand sieht sie nicht.

Um die Lücken zu füllen, in denen der Dienstplan keinen Notarzt für das am Krankenhaus stationierte Goslarer Einsatzfahrzeug ausweist, werde auf die Ärzte der Rettungswachen Bad Harzburg oder Seesen und auf Honorarkräfte zurückgegriffen.

Fällt der Einsatzwagen aus Goslar für Fahrten in das Nordharzgebiet und den Oberharz aus, sollen Rettungsdienste aus Salzgitter und Osterode helfen. Salzgitter etwa sei bisher dreimal um Hilfe gerufen worden.

Schuld für die Kündigung des ursprünglichen Vertrages, der die Notarztversorgung rund um die Uhr gewährleistet hat, sei der Fachkräftemangel, sagt Reh. Der ursprüngliche Versorgungsvertrag war unter dem früheren Klinikleiter Heinz-Otto Nagorny gekündigt worden. Dessen Nachfolger Dr. Robert Riefenstahl sagt, mit der gegenwärtigen „Ärztedecke“ könne die Klinik ihr Programm „normal fahren“. Für den Rettungsdienst habe es aber damals nicht gereicht. Der Klinikchef erklärt weiter: „Wir überlegen, dass wir den Rettungsdienst wieder komplett besetzen.“ Gespräche würden derzeit geführt. Ob noch in diesem Jahr wieder zur umfassenden Versorgung zurückgekehrt werde, könne er nicht sagen. Überwiegend sind es Anästhesisten, die im Notarzteinsatzwagen mitfahren.

Derweil werfen Kritiker den Kreiswirtschaftsbetrieben vor, angesichts des Sicherstellungsauftrages für die Notfallversorgung nicht rechtzeitig auf den Mangel in den Nachtstunden reagiert zu haben.

Reh sagt hingegen, erst im September, einen Monat vor Inkrafttreten des neuen Vertrags, habe sich das Problem abgezeichnet. Man könne nicht „schnell mal ein paar Ärzte einstellen. Die müssen sie erst mal finden“.

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Kommentare

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plmenzel schrieb am 19.11.2009 18:30

Notärztemangel im Rettungswagen separat an Herrn Schlottke, weil 996 Zeichen inkl. Leerzeichen abgewiesen wurden.

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