Region Harz

Haushaltssanierung: Landkreis setzt auf „positiven Trend“ beim Bußgeld

17.11.2009
Von Oliver Stade

Haushaltssanierung: Landkreis setzt auf „positiven Trend“ beim Bußgeld

GOSLAR. Kann eine Haushaltsgesundung mithilfe der Bußgelder von Verkehrssündern nachhaltig sein? Eine Frage, die im Kreistag am Montag eine lebhafte Debatte auslöste.

Erörtert wurde zudem wieder, wer der Schuldige für die Haushaltsmisere des Landkreises sei: er selbst, die Landesregierung, die Bankenkrise, alle zusammen?

Selbst die oppositionelle CDU, die in vielen Fragen der pragmatischen Linie von Landrat Stephan Manke (SPD) folgt, verweigerte ihre Zustimmung. Weil auch Bürgerliste und Grüne gegen die Vorlage stimmten und die Linke sich enthielt, war die Zählgemeinschaft aus SPD und FDP auf die eigene Stimmenmehrheit angewiesen.

Es geht ums Geld: Der Landkreis steht finanziell derart schlecht da, dass der Landrat „aufgrund einer außergewöhnlichen Lage“ beim Land einen Antrag auf Bedarfszuweisungen gestellt hat. CDU-Fraktionschef Dr. Hubertus Köhler sieht den Kreis nun im „Klub der Loser“, der Verlierer, aufgenommen. Jedenfalls stellt das Innenministerium für dieses Jahr drei Millionen Euro in Aussicht. Voraussetzung ist, dass die gleiche Summe aus dem Haushalt 2010 gestrichen wird.

Auch nachts blitzen

Gestritten wird darüber, wie der Landkreis die drei Millionen zusammenkratzt. Die Behörde setzt unter anderem ein mobiles Blitzgerät ein, das 630 000 Euro kostet. Die Radarfalle ist sehr leistungsfähig, kann selbst nachts und bei schlechtem Wetter eingesetzt werden und soll jährlich Bußgelder von 300 .000 Euro in den maroden Haushalt spülen.

Der Landkreis, der stets betont, entscheidend bei der Verkehrsüberwachung sei der Sicherheitsaspekt, erklärt, die Einnahmen auf diesem Gebiet hätten sich 2009 „positiv entwickelt“. Für 2010 sieht die Verwaltung einen „positiven Trend“.

13 Einsparvorschläge macht die Verwaltung, um die drei Millionen Euro aufzubringen. Ebenfalls umstritten ist die Erhöhung der Kreisumlage, die die arg verschuldeten Städte und Gemeinden der Region empfindlich trifft und knapp 1,9 Millionen Euro bringen soll.

Wie die Parteien den Verwaltungsvorschlag diskutierten, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.

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Kommentare

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Admiral1008 schrieb am 17.11.2009 20:39

Warum überweisen wir eigentlich nicht gleich unseren Netto Lohn der Regierung......

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YetiF schrieb am 18.11.2009 10:07

Wenn die von einem "positiven Trend" sprechen und dabei NATÜRLICH nur die Verkehrssicherheit im Blick haben (was auch sonst), kann das doch nur bedeuten, dass sich die Anzahl der Geschwindigkeitsübertretungen reduzieren wird... Oder findet unser Landrat etwa etwas anderes positiv???

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Nuhel schrieb am 18.11.2009 15:09

Geschwindigkeitsmessgeräte sollen meiner Meinung nach zur Sicherheit auf unseren Straßen beitragen. Hier entsteht unweigerlich der Eindruck, dass es sich in erster Linie um den Abbau von Stadt- und Kreisschulden handelt. Die Schulden kommen nicht von allein und auch nicht ausschließlich durch die Wirtschaftskrise. Es ist wohl höchste Zeit zu überlegen, ob wir noch von den richtigen Leuten regiert oder verwaltet werden. Ich freue mich schon auf die nächsten Kommunalwahlen...

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depadun schrieb am 20.11.2009 11:50

Also Rasen für den Schuldenabbau, wenn da nicht noch die Flensburger Punkte wären. Die Gemeinden müßten daher für die Abschaffung sein, damit mehr kassiert werden kann; doch wie kann ich das als Verbesserung der "Verkehrssicherheit" verkaufen?

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Arnim Schwandke schrieb am 22.11.2009 11:30

Hätte sich der Landkreis Goslar, einschl. seiner Kreistagsabgeordneten, als Kommunalaufsichtsbehörde rechtzeitig um die schon vor Jahren überwiegend rechtlich und tatsächlich zu beanstandenen Kommunalhaushalte der kreisangehörigen Gemeinden gekümmert, wären uns auch diese vermeintlichen Verkehrssicherheitsmaßen vielleicht erspart geblieben. Arnim Schwandke Unabhängige Wählergruppe SG-Oberharz

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Arnim Schwandke schrieb am 22.11.2009 11:30

Hätte sich der Landkreis Goslar, einschl. seiner Kreistagsabgeordneten, als Kommunalaufsichtsbehörde rechtzeitig um die schon vor Jahren überwiegend rechtlich und tatsächlich zu beanstandenen Kommunalhaushalte der kreisangehörigen Gemeinden gekümmert, wären uns auch diese vermeintlichen Verkehrssicherheitsmaßen vielleicht erspart geblieben. Arnim Schwandke Unabhängige Wählergruppe SG-Oberharz

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