Region Harz

Ein Ort des Trauerns: Gedenkstein erinnert an Zugunglück

27.01.2012

Ein Ort des Trauerns: Gedenkstein erinnert an Zugunglück

Ein Gedenkstein erinnert am Bahnhof von Hordorf an die Menschen, die beim Zugunglück vor einem Jahr starben. Foto: Bein

HORDORF. Auf einer Schleife steht „Wir vermissen dich“. Rings um den schwarz glänzenden Stein gibt es Blumen, Kerzen und letzte Grüße. Am Bahnhof von Hordorf im Bördekreis erinnert seit Freitag ein Gedenkstein an die zehn Todesopfer des Unfalls, der vor gut einem Jahr die Menschen in Deutschland fassungslos machte.

Bei dem Unglück am 29. Januar 2011 starben zehn Menschen, 23 wurden schwer verletzt. Auf eingleisiger Strecke waren ein Regionalzug und ein Güterzug zusammengestoßen. Der Lokführer des Güterzugs soll mehrere Haltesignale übersehen haben.

Zur Enthüllung des Steins waren viele Gäste gekommen, unter ihnen Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU). Familienangehörige, Anwohner, Kirchenvertreter und Politiker legten Kränze nieder. Die Idee zu dem Stein, auf dem eine Inschrift von Erinnerung, Hoffnung und Liebe erzählt, sei von den Angehörigen der Toten gekommen. „Die Wunden der Betroffenen sind noch lange nicht geheilt“, sagte Jörg Puchmüller, Sprecher der Halberstädter Veolia GmbH, zu dem das Bahnunternehmen Harz-Elbe-Express (HEX) gehört. Einer der beteiligten Züge war ein HEX.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verlieh dem Lokführer des Zuges posthum die Rettungsmedaille des Landes. Der Lokführer hatte versucht, durch eine Vollbremsung den Zusammenstoß mit dem herannahenden Güterzug zu verhindern. Am Sonntag soll es im Halberstädter Dom einen Gedenkgottesdienst geben. dpa

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