Region Harz

Weniger Züge nach Kreiensen

01.09.2010
Von Friedrich Metge

Weniger Züge nach Kreiensen

GOSLAR. Das Zugangebot auf der Strecke von Bad Harzburg über Goslar nach Kreiensen soll mit Fahrplanwechsel im Dezember drastisch ausgedünnt werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) hervor, die am Donnerstag im Verbandsausschuss nicht öffentlich beraten wird.

Derzeit verkehren auf der Kursbuchstrecke 16 Zugpaare, künftig sollen es noch maximal neun sein. Ein Teil der Züge fährt erst seit dem vergangenen Jahr wieder bis Göttingen durch, um den Nordharz besser an die ICE-Züge Richtung Süden anzubinden.

Noch im Mai hatte es geheißen, auf der Strecke nach Kreiensen werde sich nichts ändern. Dafür sollten zwischen Goslar und Braunschweig weniger Züge verkehren. Entschieden worden ist aber noch nicht.

Die Streichung der Züge auf der Linie nach Kreiensen begründet der ZGB mit der „bislang nicht erfolgten Zuweisung zusätzlicher Landesmittel“ für die Bestellung von Zügen. Mit Schreiben vom 25. Juni 2009 hatte das Niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium angekündigt, dass es dem ZGB einen zusätzlichen Betrag von rund 5,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen werde.

Bis jetzt, heißt es, sei dieser Betrag aber auch anteilig nicht beim Zweckverband eingegangen. Im Vertrauen darauf aber habe der ZGB mit DB Regio vereinbart, ein stündliches Angebot zwischen Bad Harzburg/Goslar und Kreiensen aufrecht zu erhalten. Das sei nun nicht mehr möglich. Die Folge: Das Angebot wird ausgedünnt. Die endgültige Entscheidung darüber fällt in der öffentlichen Verbandsversammlung am 16. September.

Gedruckte GZ: Wie der Fahrgastverband Pro Bahn die Pläne beurteilt, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe.

drucken versenden Leserbrief schreiben
 

Kommentare

Die Kommentare geben nicht die Meinung der Zeitung wieder. Sie sind Einzelmeinungen der Leser, keine repräsentative Auswahl.


612er schrieb am 01.09.2010 23:19

Eben gerade im ARD-FERNSEHEN Arnulf Barning gesehen. Der meinte sehr, sehr ernst sinngemäß, Wenn unsere Spitzenpolitiker weiterhin das Volk nicht ernst nehmen, wird unsere Demokratie großen Schaden nehmen. So hatte erst im März d.J. der Nds. Verkehrsminister BODE(FDP) angeblich bedauert, daß die Region Braunschweig beim Schienen-Personenverkehr in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist. Nun zahlt er noch nicht einmal das für 2010 z u g e s a g t e Geld. Und für 2011 hat er bisher auch noch keine Ausgleichszahlungen vorgesehen! So streicht BODE letztendlich einen Großteil unserer Zugverbindungen. So sieht also die Wirtschafts- und Tourismus-Förderung des Harzes aus. Aber für immer neue und zusätzliche Planungs- und Untersuchungs-Projekte sind die Millionen nur so da!

Diesen Kommentar der Redaktion melden

kassandro schrieb am 02.09.2010 15:58

Kahlschlag durch Wortbruch, nennt man das.

Diesen Kommentar der Redaktion melden

studie schrieb am 02.09.2010 17:44

Da sind sie alle auf dem Ökötrip und dann werden die Angebote der umweltfreundlichen öffentliche Verkehrsmittel gekürzt, bis keine Bahn mehr fährt. "Deutschland soll Vorreiter im Umweltschutz sein" ähh, hmmm kann ich gerade nichts von sehen. Sie betteln ja gerade zu darum, das noch mehr Pkw's unterwegs sind. Ist ja auch nachvollziebar. Wenn Benzin 3-fach besteuert(Mineralöl-, + Ökö-, + Mehrwertsteuer) ist, verdient man da viel mehr als bei einem Bahnticket. Selbst beim umweltfreundlichen strombetriebenen Auto verdient der Staat am 3-fach besteuerten(Strom-, + Ökö-, + Mehrwertsteuer) Strom doch immer feste. Sie wollen doch gar nicht, dass man Bahn fährt. Sonst würde sowas mal gefördert und nicht nur gekürzt werden.

Diesen Kommentar der Redaktion melden

KUS schrieb am 02.09.2010 18:26

Es scheint nicht leicht, zu begreifen, daß das keine Modelleisenbahn ist, wenn man seinen Hintern auf Bürgerkosten in Oberklasselimousinen durch die Lande chauffieren lassen kann.

Diesen Kommentar der Redaktion melden