Region Harz

Stress im Beruf wirkt als Schlafkiller

31.08.2010
Von Friedrich Metge

Stress im Beruf wirkt als Schlafkiller

HARZ. Sie werden oft nicht ernst genommen, können aber Ursache für viele Krankheiten sein: Schlafstörungen. Allein im Landkreis Goslar leiden 6.300 Berufstätige darunter.

Zum Vergleich: In Niedersachsen sind es 330.000. Damit kann einer aktuellen DAK-Befragung fast jeder zweite Erwerbstätige in Niedersachsen schlecht einschlafen oder nicht durchschlafen.

Plötzliche Schlafstörungen, die ohne ersichtlichen Grund auftreten, sollten als Warnhinweise gewertet werden, so der Chefarzt der Psychiatrie in der Liebenburger Privatklinik Dr. Fontheim, Professor Frank-Gerald Pajonk. Schon drei Nächte, so der Experte, in denen ein Mensch schlecht schlafe, sorgten für einen Abfall der Leistungsfähigkeit. Insofern sei es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Chronisch schlechter Schlaf, heißt es im aktuellen DAK-Gesundheitsreport, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Angststörungen und Depressionen. So besteht zwischen Schlafstörungen und Depressionen laut Pajonk eine enge neurobiologische Verzahnung: „Schlafstörungen können Depressionen auslösen.“

Die Eigenmedikamentation mit frei verkäuflichen Schlafmitteln ist aus Sicht Pajonks ebenso gefährlich wie alkoholische Getränke. „Aus dem einen Glas Bier oder Wein werden schnell viele Gläser. Ohne dass das wirklich hilft.“

Wie vielfältig und unterschiedlich die Ursachen für Schlafprobleme, zeigt der DAK-Gesundheitsreport auf: Für 40 Prozent sind Stress im Beruf und Belastungen der größte Schlafkiller, jeder Vierte grübelt nachts über Ängste und Sorgen: „In unserer Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität im Beruf und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe“, so der Leiter der DAK-Geschäftsstelle Goslar, Rüdiger Kurs.

Gedruckte GZ: Was Professor Pajonk weiter rät, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.

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