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Region Harz
Goslar glänzt als Einkaufsstadt: Handel lockt Kunden von außerhalb
GOSLAR. Der Einkaufsstadt Goslar gelingt es im Bezirk Braunschweig so gut wie keiner anderen Kommune, Kunden von außerhalb anzulocken. Die meisten umliegenden Städte haben schwer zu kämpfen.
Zur vorhandenen Kaufkraft von 184 Millionen Euro flossen voriges Jahr weitere 175 Millionen in den Goslarer Einzelhandel. Das ergibt laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig eine Deckungsquote von 195,1 Prozent. Auf einen solchen Wert kommt keine andere Kommune weit und breit.
Der IHK-Einzelhandelsexperte Klaus Hüttinger spricht von einem „starken Mittelzentrum Goslar“, das im Landkreis eine „dominante Stellung“ einnehme, weil es Kaufkraft aus den umliegenden Orten und von Touristen auf sich ziehe.
Hohe Abflüsse
Wie stark die Position Goslars ist, zeigt der Blick auf die Zahlen der anderen Städte: Vienenburg muss einen Kaufkraftabfluss um knapp 40 Prozent hinnehmen, wobei wohl auch die gute Anbindung nach Braunschweig eine Rolle spielt.
Noch schlechter sieht es in Langelsheim aus. Die Stadt verliert beinahe die Hälfte ihrer Kaufkraft (47,2 Prozent) von 53 Millionen Euro und kommt nur auf einen Einzelhandelsumsatz von 28 Millionen Euro. Seesen (10 Prozent) und Bad Harzburg (17,5 Prozent) gewinnen hingegen dazu, wenngleich nicht annähernd so viel wie Goslar.
Bad Harzburgs Bürgermeister Ralf Abrahms jedenfalls zeigt sich mit der Rolle der Kurstadt als Nummer zwei hinter Goslar zufrieden. Die Stadt weise einen prozentualen Gewinn vergleichbar mit Wolfsburg auf. In Bad Harzburg habe man bewusst darauf verzichtet, in großem Umfang Einzelhandelsflächen in Randflächen zu verlagern. „Alles, was man unter den Arm nehmen kann, gehört in die Innenstadt“, sagt Abrahms. Goslar hingegen habe einige „Verkaufsmagneten“ am Stadtrand angesiedelt.
Die Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld muss zwar nur mit einem Verlust von vier Prozent leben, ist aber wirtschaftlich schwach auf der Brust. Die Stadt mit ihren rund 15.000 Einwohnern bringt es lediglich auf eine Kaufkraft von 50 Millionen Euro, etwa so viel wie Vienenburg mit knapp 11.000 Einwohnern.
Gedruckte GZ: Warum die Kaufkraftquote nicht die komplette Situation des Handels spiegelt, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.
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