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Gutachter entdeckt Lücken: Rettungsdienst plant Aufstockung
GOSLAR. Der Rettungsdienst im Landkreis Goslar erfüllt zwar die gesetzlichen Vorgaben für Notfalleinsätze. Die Kreiswirtschaftsbetriebe wollen dennoch nachrüsten, um die Notfallversorgung zu allen Zeiten zu gewährleisten.
Der Verwaltungsrat der Kreiswirtschaftsbetriebe tagt nächsten Mittwoch in nicht öffentlicher Sitzung, um über ein heikles Thema zu beraten. Die Kreiswirtschaftsbetriebe wollen zwei Rettungswagen beschaffen und fünf weitere Kräfte einstellen, Rettungsassistenten und -sanitäter.
Ungewöhnlich daran: Nach Problemen mit der Notarztbesetzung vor allem in der Rettungswache Goslar haben die Kreiswirtschaftsbetriebe im Laufe dieses Jahres Personal aufgestockt und mitgeteilt, die Versorgung sei gesichert. Ein Mitglied aus dem Verwaltungsrat reagiert daher verärgert: „Uns wird immer gesagt, es ist alles in Ordnung.“
Nur „fast vollständig“
Ein Gutachter, der am Mittwoch Zwischenergebnisse seiner Arbeit präsentiert, kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass die Ausstattung knapp bemessen ist: Wenn ein oder zwei Fahrzeuge im Einsatz sind und ein weiteres angefordert wird, könne es eng werden. Auf solche „Duplizitätsfälle“ wollen die Kreiswirtschaftsbetriebe besser vorbereitet sein, erklärt Vorstand Ingrid Reh auf Anfrage der GZ.
Ebenfalls pikant: Der Experte stellt dem Rettungsdienst kein komplett gutes Zeugnis aus. Die Region könne von den fünf Rettungswachen nur „fast vollständig“ nach den gesetzlichen Vorschriften versorgt werden.
Zum Jahreswechsel hatte ein tragisches Unglück in Göttingerode für Aufregung gesorgt. Silvester starb eine Frau in ihrer Wohnung. Ein Rettungsarzt war erst eine halbe Stunde nach der Alarmierung am Einsatzort eingetroffen. Als der Notruf in der Rettungsleitstelle eingegangen war, befanden sich alle Einsatzfahrzeuge im Einsatz. Schließlich hatte der Rettungsdienst das DRK aus Oker nach Göttingerode geschickt.
Im Januar, also unmittelbar nach dem Unglück, hatten die Kreiswirtschaftsbetriebe das Gutachten in Auftrag gegeben – möglicherweise, um der kritischen Diskussion besser begegnen zu können. Nach eigener Darstellung erfüllen die Kreiswirtschaftsbetriebe die gesetzlichen Anforderungen. Laut Gesetz müssen die Helfer in 95 Prozent der Notfalleinsätze nach 15 Minuten mit einem „geeigneten Rettungsmittel“ den Einsatzort erreicht haben. Im Landkreis Goslar sei dies im Jahr 2009 in 96,5 Prozent der Fälle geglückt.
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Kommentare
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Die Notfälle werden ja nicht weniger, eher mehr .Vor ein , zwei Jahren mag die Kapazität des Rettungsdienstes durchaus ausreichend gewesen sein . Bei 100 mit RTW unter Einsatzbedingungen ( Alarmfahrt) gefahrenen Einsätzen hätte in 50 % der Fälle auch ein KTW ( Krankentransportwagen ) mit normalfahrt genügt.Das stellt sich aber immer erst beim Eintreffen am Einsatzort heraus .Wenn die Kompetenzen der Rettungsassistenten erhöht werden würde , ähnlich die der Paramedics in Amerika , müßte nicht der Notarzt wegen jeden Pippifax mit raus und könnte für wirklich lebensbedrohliche Notfälle vorgehalten werden . Es verwechslen auch viele Patienten den Rettungsdienst mit dem hausärztlichen Notdienst .In entlegeneren Orten sollten ,zumindest Nachts oder bei starker Beanspruchung des Rettungsdienstes, auch Hilfsorganisationen oder die Feuerwehr sog. First-Responder - Teams vorhalten , die fachliche Erstmaßnahmenn und Lagemeldung vornehmen .
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