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Region Harz
Kälte hält Bienen noch im Stock
LAUTENTHAL. Viele Menschen essen gerne Honig, aber wie entsteht die süße Köstlichkeit eigentlich? Und wie kommt sie ins Glas? Um das zu klären, besucht die GZ jetzt regelmäßig den Hobby-Imker Volker Mehlig – bis die Saison im September endet.
Normalerweise fliegen die Bienen schon Mitte Februar. Aber normal ist das Wetter in diesem Jahr nicht. „Meine sind noch nicht ein einziges Mal geflogen“, sagt Mehlig. Sobald das Thermometer Pluswerte von rund zehn Grad zeigt, starten sie nämlich zu ihrem Reinigungsflug, bei dem sie ihre Kotblase entleeren.
Acht Bienenvölker hat Mehlig, der seit 1972 imkert. Der Lehrer für Biologie und Chemie hat nicht etwa damit angefangen, weil er Honig so liebt: „Mich als Biologen fasziniert die Biene. Honig benutze ich nur zum Süßen von Kaffee und Tee.“
Derzeit hängen die Insekten noch in Trauben in ihren Kästen. Das tun sie den ganzen Winter lang. Bienen, die im Inneren der Traube surren, krabbeln nach gewisser Zeit nach außen und die äußeren nach innen. Denn innen ist es wärmer.
Mehligs Bienen brüten schon – trotz der Kälte. Denn wenn es endlich warm wird, muss das Volk schon stark genug sein. Mit rund 20.000 Stück pro Volk beginnt im Frühjahr „die Saison“. Wegen der lang anhaltenden Kälte habe seine Arbeit an den Bienen in diesem Jahr noch nicht begonnen, erklärt Mehlig.
Aber er hat schon die einzelnen Kisten (Beuten) durchgesehen, in denen seine Bienen leben. Wenn sie Nahrung brauchen, hängt er Futterwaben hinein. Bald gibt er den Insekten auch noch so genannte Baurähmchen, in denen Waben für die Drohnenbrut entstehen. Diese männlichen Bienen werden zur Vermehrung gebraucht.
Im Frühsommer sind die Völker am stärksten: rund 50.000 Individuen. Bis zur Sommersonnenwende im Juni bauen die Bienen an den Waben, „danach hört das schlagartig auf“, sagt Mehlig. Im Hochsommer folgt die Honigernte, im August die erste Behandlung der Völker mit Ameisensäure, um die gefürchtete Varroa-Milbe in Schach zu halten. Dann bereitet der Imker mit der Gabe von Zuckerwasser die Bienen auf die Winterruhe vor. Das Zuckerwasser ist Ersatz für den Honig.
Bislang haben die Imker im Landkreis Goslar wie überall Nachwuchssorgen. Aber Mehlig, er ist auch Vorsitzender des Kreisimkerverbandes Goslar, ist optimistisch, dass sich das ändern wird: „Es haben wieder mehr jüngere Leute Interesse am Imkern.“
In der gedruckten GZ: Was der Imker im März zu tun hat, was Bienen das Leben erleichtert und wie viel Honig ein Volk produziert.
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