Region Harz

Daten-Leck an der Kreisvolkshochschule gefährdet 8.000 Kunden

17.12.2009
Von Axel Hengehold

GOSLAR. Rund 8.000 Menschen im Landkreis Goslar müssen befürchten, Opfer von Datendiebstahl und Adresshandel zu werden. Selbst ihre Bankkonten sind in Gefahr.

Ein Computer-Spezialist ist durch Zufall auf ein Sicherheitsleck im Online-Anmeldeverfahren der Kreisvolkshochschule (KVHS) gestoßen. Durch einige einfache Eingaben ist der Experte nach eigener Aussage bis in die Datenbank der Bildungseinrichtung vorgedrungen.

Neugierig geworden, wie weit die Sicherheitslücke klafft, probierte er weitere Schritte und machte eine selbst für ihn erstaunliche Entdeckung. „Problemlos“, so sagte er, habe er sich Zugang zu allen hinterlegten Nutzerdaten wie Adressen, Geburtsdaten, Email-Konten und Bankverbindungen verschaffen können. Diese sensiblen Daten einzusehen war für den Computer-Spezialisten nach eigenen Angaben „kaum mehr als eine Fingerübung“.

Mit den gesammelten Informationen ließe sich jetzt beispielsweise beim Internetauktionskaus „Ebay“ einkaufen. Selbst die Bezahlung macht keinerlei Kopfzerbrechen: Per Lastschriftverfahren könnte der Informatiker die Konten der „durchsichtig“ gewordenen KVHS-Kunden belasten, um die ersteigerte Ware zu bezahlen. Angesichts von 8.000 Betroffenen lässt sich der wirtschaftliche Schaden kaum beziffern.

„Wir werden den Dingen sofort nachgehen“, sagte Dirk Lienkamp, Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage.

Die Kreisvolkshochschule reagierte auf die Recherchen der GZ und klemmte die Online-Kurssuche (www.vhs-goslar.de/index.htm) umgehend ab. Seit Donnerstagnachmittag steht dort auf der Internet-Seite: „Zur Zeit ist die Online-Kurssuche nicht aktiv“.

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