Oberharz

Baumpflege: „Wildemann-Linde“ hat wieder „Luft“ in der Krone

03.09.2010
Von Peter Weiss

Baumpflege: „Wildemann-Linde“ hat wieder „Luft“ in der Krone

Michael Sonderfeld hängt sicher in seinem Seil, mit dem er jeden Teil eines Baumes erreicht. Foto: Weiss

WILDEMANN. Mit Kletterseil und Handsäge rückt Michael Sonderfeld der Wildemann-Linde vor dem Hotel Rathaus zu Leibe. Der diplomierte Baumpfleger und gelernte Forstwirt hat mit seinem Fachbetrieb „Der Baumsteiger“ in diesem Jahr die Pflege-Ausschreibung des Landkreises Goslar für Naturdenkmale gewonnen.

„Baumpflege beginnt eigentlich mit einer ausführlichen Beratung“, sagt Sonderfeld. Nach einer Einschätzung der Gesamtsituation werden verschiedene Pflegevariationen angeboten. Nach dem Grundsatz „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ ist weniger oft mehr, sagt der Fachmann. Der Auftrag für die Wildemann-Linde lautete: Einkürzen der Krone um zehn Prozent.

Ausgangspunkt ist fast immer die Verkehrssicherungspflicht, der die Baumeigentümer unterliegen. Der Schnitt soll mit der Baumbiologie und den menschlichen Ansprüchen in Einklang stehen. Die Wildemann-Linde zeigt eine Reihe von Baumauswüchsen, so genannte Ständer, die von früheren fehlerhaften Pflegemaßnahmen herrühren.

Fachlich korrekte Baumpflege ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. „Der Baum soll schließlich seine meist über viele Jahre geprägte Erscheinung behalten“, stellt Michael Sonderfeld fest. Der Laie muss schon sehr genau hinsehen, um zu erkennen, welche Arbeiten gerade ausgeführt wurden.

Mit seiner Seilklettertechnik arbeitet der Baumpfleger baumschonend, effektiv und sicher. Über die Seile erreicht er alle Teile des Baumes, sogar die äußerste Kronenperipherie. Größere Maschinen sind nicht erforderlich.

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