Lutter

Aus nach 97 Jahren: Frauenhilfe geht in Rente

26.01.2010

Aus nach 97 Jahren: Frauenhilfe geht in Rente

LUTTER. Die zwölf verbliebenen Damen der evangelischen Frauenhilfe Lutter sitzen ein letztes Mal in ihrer 97-jährigen Vereinsgeschichte zusammen. Sie sind der harte Kern einer Initiative, die mit dem Ausscheiden ihrer ersten Vorsitzenden, Irmtraud Ohms, nun eingestellt wird.

„Ich fühle mich nicht mehr stark genug, um allen Aufgaben gerecht zu werden“, sagt die ehrenamtliche Leiterin in ihrer Dankesrede an die Mitglieder der Frauenhilfe. Sechs Jahre lang hat die 76-Jährige die Organisation des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises geführt. Zusammen mit Pastor Martin Stützer und seinem Vorgänger veranstaltete sie Reisen, Gesprächskreise und Vorträge für die ortsansässigen Frauen. Nun jedoch ist Schluss.

Das fortgeschrittene Alter der Mitglieder sowie der Mangel an Nachwuchskräften seien die Gründe für die endgültige Aufgabe, sagt Ohms. „Ich habe einfach keine Nachfolgerin gefunden. Wir sind alle über 70 Jahre alt, da kann man einfach nicht mehr so viel wie früher“, erläutert die bisherige Vorsitzende.

Viele der jüngeren Frauen hätten schon aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr, an den nachmittäglichen Treffen teilzunehmen und wichen deshalb auf die abendlichen Zusammenkünften des örtlichen Frauenkreises aus, meint sie. „Die machen natürlich ganz andere Sachen und sind auch nicht so christlich ausgerichtet wie wir“, sagt sie.

„Das hat auch traditionelle Gründe. Viele Frauen sind hier schon seit mehr als 30 Jahren aktiv“, so Stützer. Die Themenauswahl der regelmäßig veranstalteten Vorträge und Tagesausflüge sei deshalb auch eher auf ein älteres Publikum ausgerichtet gewesen.

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