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Liebenburg
Höchstspannungsleitung: Lautstarker Protest bleibt in Upen aus
LIEBENBURG. Vielerorts schlägt der Protest gegen die geplante 380 kV-Höchstspannungsleitung hohe Wellen. Nicht so in Upen: Obwohl eine Variante die Ortslage tangiert, bleibt lautstarker Widerstand bisher aus.
Im Raumordnungsverfahren für die Überlandleitung von Wahle nach Mecklar werden derzeit zehn verschiedene Trassenführungen geprüft. Eine davon, die Variante fünf, berührt Upen: Der Korridor für die Leitung überquert den Harhof sowie landwirtschaftliche Betriebe und verläuft im Westen der Gemeinde unmittelbar an der Bebauung vorbei. Wo exakt sich die Leitung selbst befinden würde, wird jetzt noch nicht entschieden – darum geht es erst später im Planfeststellungsverfahren.
Sichtbarer Widerstand regt sich in Upen nicht gegen die Variante fünf. Womöglich ist das auch nicht nötig, weil diese Trasse als wenig wahrscheinlich gilt. Bauamtsleiter Klaus Wienbrügge erinnerte in der Sitzung des Bund-, Umwelt- und Naturschutzausschusses, der am Montag gemeinsam mit dem Ortsrat Upen tagte, daran, dass besagte Variante erst vom Landkreis Hildesheim ins Gespräch gebracht worden war.
Für die Stromübertragungsgesellschaft Transpower genießt dieser Leitungsverlauf keine Priorität, gilt die Trasse doch als „genehmigungsrechtlich problematisch“. Erhebliche Beeinträchtigungen der Vogelschutzgebiete Lengeder Teiche, Heerter See und Leinetal wären nicht auszuschließen. Zudem würden neun Landschaftsschutzgebiete gequert – deutlich mehr als bei den Alternativen.
Ortsratsmitglied Susanne Schwacke aber traut dem Frieden nicht: „Ich glaube nicht, dass die Trasse schon vom Tisch ist. Sie ist die zweitgünstigste Variante.“ Schwacke zeigte sich erstaunt darüber, dass sich die Upener Einwohner so wenig mit dem Thema beschäftigen. „Wer am lautesten schreit, hat das große Glück, keine Stromtrasse zu bekommen. Und wer sich still verhält, hat es auszubaden“, befürchtet sie. Erst wenn die Leitung woanders gebaut werde, glaube sie, dass die 52 Meter hohen Masten nicht 500 Meter von Upen entfernt aufgestellt werden.
Bei der Abstimmung waren sich die Mitglieder des Ortsrates und des Ausschusses einig: Aus Gründen des Umweltschutzes soll die Variante fünf nicht weiter verfolgt werden.
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