Liebenburg

Sommerlektüre: Ortsheimatpfleger Wenke studiert Fußboden-Fund

03.08.2010
Von Andreas Gereke

Sommerlektüre: Ortsheimatpfleger Wenke studiert Fußboden-Fund

Sommerlektüre: Werner Wenke studiert den Othfresener Fußboden-Fund ganz genau. Foto: Gereke

OTHFRESEN. Was ist Ihre Sommerlektüre? Die vom Othfresener Werner Wenke ist schon ein bisschen vergilbt. Außerdem müffelt sie, was aber kein Wunder ist – schließlich lag sie Jahrzehnte unter einem Fußboden. Es sind alte Goslarsche Zeitungen, die dem Othfresener Ortsheimatpfleger bei Renovierungsarbeiten in die Hände fielen.

Eine Familie in der Nachbarschaft saniert derzeit ein altes Haus, riss den betagten Bodenbelag raus – und dort unter Stragula, einem kostengünstigen Linoleum-Imitat, für das Pappe mit Teer imprägniert wurde, um es mit Ölfarben zu bedrucken, wartete der Fund. Lauter „Goslärsche“ aus den 1950er Jahren.

Die Renovierer wussten genau, wem sie ihre Entdeckung am besten anvertrauen: Wenke. Der Ortsheimatpfleger breitet nun die Stapel in seiner Laube aus und forstet sie durch... Doch, halt: Nichts ist älter als die Tageszeitung von gestern? In den Zeitungen kann doch gar nichts mehr „drinstehen“, weil sie schon „ausgelesen“ sind? Von wegen!

Ab einem gewissen Alter wird es nämlich wieder interessant, womit einst die Redakteursvorfahren titelten. Und so stürzt sich Wenke auf die Lektüre, widmet sich „Enthüllungen über Wasserstoffbombe“, erfährt schon damals, dass einst Papst Clemens „ward in Hornburg geboren“ und verschlingt Berichte über Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft.

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