Liebenburg

Nach Orkan: Bockwindmühle lässt den Flügel hängen

22.07.2010
Von Andreas Gereke

Nach Orkan: Bockwindmühle lässt den Flügel hängen

Harald Becker überprüft an der Bockwindmühle die intakte Seite der Flügel-Jalousie. Die andere Seite riss der Orkan fort. Foto: Gereke

LIEBENBURG. Ein Denkmal bereitet Sorgen – und die Schuld daran trägt „Cynthia“. Mit bis zu 180 Sachen fegte im Frühjahr der gleichnamige Orkan übers Land und beschädigte einen Flügel der Liebenburger Bockwindmühle schwer. Das Ausmaß der Schäden wird gerade jetzt deutlich, wo doch die Mühle in voller Pracht im Fernsehen zu bewundern ist.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Denkmal – neben Schloss, Burgresten und Domäne ist die Bockwindmühle das Liebenburger Wahrzeichen und in der Feldmark eine wahre Landmarke – zu einem „Moviestar“ gemausert. Ein Filmproduktionsteam hatte damals die Mühle als Kulisse für eine Dokumentation ausgewählt, die derzeit als Zweiteiler im Rahmen der Sendereihe „Terra X“ im ZDF läuft. Auf das Dreherlebnis müssen Liebenburger aber derzeit verzichten – die Mühle würde etwas unrund laufen.

„Der Orkan hatte in der Nacht zum 1. März die Jalousie vom Flügel abgerissen und aufs Dach gepeitscht“, erzählt Mühleneigentümer Harald Becker. „Auf dem Dach der Mühle blieb die Jalousie hängen. Es dauerte Stunden, bis wir sie dort gelöst hatten, dann donnerte das Zentner schwere Element runter. Wir konnten es doch nicht hängen lassen. Es war eine Gefahrenquelle, an der Mühle gehen Mütter mit Kindern spazieren“, berichtet er. Der deformierte Flügel ist nun auf 6-Uhr-Stellung arretiert, weil der noch intakte, entgegengesetzt sitzende schwerere Flügel den beschädigten sonst nach oben schnellen lassen würde. Derzeit laufen Gespräche mit der Denkmalpflege zur Sanierung der Mühle.

drucken versenden Leserbrief schreiben