Liebenburg

Stummer Sonntag: Defektes Läutwerk verhindert Glockenklang

09.07.2010
Von Andreas Gereke

Stummer Sonntag: Defektes Läutwerk verhindert Glockenklang

Der Glöckner von St. Trinitatis: Pfarrer Dirk Glufke demonstriert, wie die 15 Zentner schwere Christusglocke der Liebenburger St.-Trinitatis-Kirche doch zum Klingen gebracht werden kann – nämlich per Hand. Foto: Gereke

LIEBENBURG. Der evangelischen Kirchengemeinde und dem ganzen Ortsteil Lewe steht ein „stummer Sonntag“ bevor. Das traditionelle Sonntagsgeläut zum Gottesdienst in der St.-Trinitatis-Kirche fällt bis auf Weiteres aus. Grund: Ein 56 Jahre alter Elektromotor für das Läutwerk ist durchgeschmort.

„Die 15 Zentner schwere Christusglocke im Turm kann nun nicht mehr elektrisch geläutet werden“, erzählt Pfarrer Dirk Glufke. Es passierte vor ein paar Tagen bei einer Hochzeit. Vor der Trauung läuteten die Glocken, auch nach der Zeremonie noch einmal – für etwa fünf Minuten. Dann war Schluss – die Sicherungen flogen raus.

Ob Hochzeiten, Sterbefälle oder Gottesdienste – die Trinitatis-Glocken läuten nun nicht mehr. Denn der verbliebene Motor kann nur noch die kleinere Petrusglocke zum Klingen bringen lassen. „Das wäre dann nur halbe Kraft“, sagt Glufke. „Ich finde, das ist kein Zustand, wenn die Glocken einer Kirche nicht läuten können“, sagt der Geistliche.

Aus diesem Grund versah der Kirchenvorstand die Angelegenheit auch mit der höchsten Dringlichkeit. „Wir brauchen nicht nur einen neuen Motor, sondern auch eine komplett neue Elektrik“, berichtet Glufke. Ein erster Kostenvoranschlag besagt, dass die Reparatur mindestens 7.200 Euro kosten würde.

Der Kirchenvorstand beschloss unterdessen, dass ein Teil des freiwilligen Kirchgeldes für die Reparatur verwendet wird. Außerdem stellte die Kirchengemeinde bereits einen Antrag auf Ergänzungszuweisung beim Landeskirchenamt. „Wer spenden möchte, kann natürlich auch gerne spenden“, sagt der Pfarrer.

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