Liebenburg

Feuerwehren zusammenlegen, um die Schulstandorte zu sichern?

15.04.2010
Von Susanne Fricke

Feuerwehren zusammenlegen, um die Schulstandorte zu sichern?

DÖRNTEN. Der Schulstandort in Dörnten soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Das „beschloss“ der Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend. Kurzfristig hatten die Ortsratsmitglieder das Thema als Folge der emotionsreichen Sitzung des Schulausschusses vom Vortag noch auf die Tagesordnung gesetzt.

Einigkeit herrschte zum Schulstandort Dörnten, der auf jeden Fall erhalten bleiben soll. Um das zu gewährleisten plädiert der Ortsrat für eine Erweiterung des Einzugsgebietes um Kunigunde, das ohnehin zu Dörnten gehört, Upen und Ostharingen (die Kinder dieser Orte besuchten überwiegend bereits den Dörntener Kindergarten) sowie möglicherweise Heißum. Damit sprach sich das Gremium für eine Änderung der bisherigen Schulbezirksgrenzen in der Gemeinde aus. Notfalls soll eine jahrgangsübergreifende Beschulung erfolgen.

„Die Kinder aus Ostharingen und Upen wurden ursprünglich in Othfresen beschult, um dort die Zweizügigkeit zu sichern, aber die erreichen sie dort jetzt ohnehin nicht mehr, und in Dörnten könnte mit den Schülern jahrgangsübergreifender Unterricht möglicherweise verhindert werden“, erklärte Gunter Pramann (SPD).

„Wir sind eine Wohngemeinde, zu deren Infrastruktur Kindergarten und Schule gehören“, stellte Thomas Kruckow (SPD) fest. Sparmaßnahmen, um die Schule erhalten zu können, könne er sich beispielsweise im Bereich der Zusammenlegung von Feuerwehren vorstellen.

„Ich glaube, wir alle würden auch gerne den Mühlenweg zum Erhalt der Schule opfern“, mutmaßte Kruckow und forderte von allen Liebenburger Ortschaften, ihr Scherflein beizutragen. „Es muss nicht immer nur bei den kleinen Orten gespart werden. Der Fokus muss weg von den Schulstandorten und hin zu anderen Einsparmöglichkeiten“, forderte Kruckow.

„Wir haben über 680.000 Euro für den Umbau der Grundschule ausgegeben. Da wäre eine Schließung ein sehr schwerer Schritt“, sagte Ortsbürgermeister Jürgen Dröfke, der sogar den Besuch von Jerstedter Kindern in der Dörntener Grundschule in seine Überlegungen einschloss.

„Wenn wir alle Zahlen früher gehabt hätten, wären wir bei den Schulumbauplänen in allen Ortschaften möglicherweise zu anderen Erkenntnissen gekommen“, ärgerte sich Dirk Grätz (CDU). Unverständlich war ihm zudem, wie bereits im Vorfeld über die weitere Nutzung des Schulgebäudes spekuliert werde: „Man kann das Fell erst verschenken, wenn die Kuh geschlachtet ist, und bevor nicht der letzte Stein abgetragen ist, wird die Schule nicht geschlossen.“

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