Liebenburg

Klein Döhren: Gasthaus aus dem Jahr 1872 schließt die Tür

19.02.2010
Von Angela Potthast

KLEIN DÖHREN. Das war’s: „Zu Plumeyer“ geht’s nun nicht mehr. Die Kneipe in der Sandstraße ist geschlossen. Vier Generationen lang war sie Kommunikations-Knotenpunkt für die Dorfbewohner. Käthe und Ewald Fricke wollen von jetzt an ihren Ruhestand genießen.

Die Gaststätte ist die Letzte ihrer Art in Klein Döhren gewesen. Wilhelm und Johanne Füllekrug hatten sie im Jahr 1872 eröffnet. Lebensmittelladen – damals noch im linken Erdgeschoss –, Gasthaus – damals im rechten Teil – sowie Poststelle betrieben sie in dem Fachwerkhaus. Tochter Bertha Füllekrug übernahm die Geschäfte.

Da sie selbst keine Kinder hatte, arbeitete ihre Nichte Frieda Füllekrug später mit und war von 1941 für alles zuständig. Man ging zuerst „zu Füllekrug“, dann „zu Plumeyer“ – selbst noch, als Käthe Fricke die Geschäfte führte. Schließlich ist sie eine geborene Plumeyer. Und der Name hatte bei den Dorfbewohnern nun mal diese feste Bedeutung.

Anfang der 60er Jahre entdeckten auch die Jüngeren die Kneipe für sich. Fußballspieler und unter Ortsbrandmeister Heinrich Brothan die Feuerwehrleute. Für sie und für alle anderen war „Plumeyer“ ein Ort, an dem man informiert wurde über das Leben im Dorf.

An durchgemachte Nächte erinnert sich Ewald Fricke – vor allem, wenn Karten gedroschen wurden. Er hat seine Frau abends und an den Wochenenden in der Gaststätte unterstützt. Tagsüber ging er seinem Hauptberuf nach. Seit 1968 war er der Mann hinter der Theke, die mittlerweile 60 Jahre alt ist.

Von dort hat auch er gehört, wie die Dorf-Nachrichten kursierten. Dort hat er Bier, das Lieblingsgetränk der Gäste, gezapft. Nun ist Schluss damit. Nachdem die Poststelle gleich nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen worden war, der Lebensmittelladen 1986, ist im Jahr 2010 Abschied von der Gaststätte zu nehmen.

drucken versenden Leserbrief schreiben