Langelsheim

Hähnchen-Maststall stößt auf Ablehnung

31.08.2010
Von Ralf Blasig

Hähnchen-Maststall stößt auf Ablehnung

LANGELSHEIM. Auf Kritik treffen die Hähnchenmast-Pläne der Landwirte Joachim Lindenberg und Henrick Dieckmann bei allen politischen Kräften in Langelsheim. Nach der SPD gehen auch Wählergemeinschaft und CDU auf Distanz.

„Die direkte Nähe zum Businesspark und Bauhof sowie zur Ortsbebauung Langelsheims ist der Grund der Ablehnung. Möglicher Gestank soll den Bürgern unserer Stadt erspart bleiben“, schreibt CDU-Fraktionschef Horst Niedermeier in einer Stellungnahme. Einstimmig hätten Fraktion, Ortsrat und Stadtverband deshalb beschlossen, die Landwirte zur Wahl eines ortsferneren Standorts aufzufordern.

Eine „Verteufelung der ordnungsgemäßen Maststallhaltung“ lehne die CDU jedoch ab. „Die Landwirte haben das Recht, ihre Betriebe zu erweitern, um die Existenz langfristig zu sichern“, so Niedermeier.

Die Suche der Geschäftspartner nach einem zweiten Standbein sei nachvollziehbar, sagt auch Heike Wodicka von der Wählergemeinschaft Langelsheim (WGL). Allerdings sehe man andere Möglichkeiten lieber. Gefragt sei ein bewusstes Verhalten der Verbraucher, die die Art der Fleischproduktion über ihre Kaufentscheidung beeinflussen könnten.

Den Landwirten habe die WGL ihre Haltung erläutert, sagt Wodicka: „Wir haben das persönliche Gespräch gesucht und durften unsere Bedenken vortragen, die wir mit der Öffentlichkeit teilen“ – ein Seitenhieb in Richtung SPD, die sich vor zwei Wochen per Pressemitteilung zu Wort gemeldet hatte.

Die „ungezügelte, industrielle Massentierhaltung“ dürfe nicht weiter betrieben werden und sei nicht mit dem Tierschutz vereinbar, hatte Fraktions-Chef Michael Bachmann kritisiert. „Auch sind die zu erwartenden Emissionen höher als von den Investoren prognostiziert.“ Weltweit führten Überproduktion und Dumpingpreise schon heute zu großen Problemen. „Billigfleischproduzenten“ im Stadtgebiet lehne die SPD daher ab.

In der vergangenen Woche hatten Lindenberg und Dieckmann ihre Pläne vorgestellt, die einen Maststall für knapp 40.000 Hähnchen am Ortsausgang nach Bredelem in der Nähe des Businessparks vorsehen. Als Starttermin nennen sie 2011, sofern im Genehmigungsverfahren keine Probleme auftauchen.

100 Meter lang, 20 Meter breit und 4 Meter hoch soll das Gebäude werden und nach Angaben der Geschäftspartner mindestens 400 Meter vom Businesspark entfernt sein. Funktioniert das Masthähnchen-Geschäft, soll später ein zweiter Stall gleicher Größe folgen. Mit ihren Plänen zielen die Landwirte auf die preisgünstige Massenproduktion, bei der die Küken binnen fünf Wochen ein Gewicht von rund 1,5 Kilogramm erreichen. Den Vorwurf der Tierquälerei weisen sie entschieden zurück.

Werde der Stall nicht hierzulande gebaut, dann komme das Fleisch aus dem Ausland, wo das deutsche Tierschutzrecht nicht gelte, sagt Dieckmann. Entscheidend sei das Verhalten der Verbraucher, die günstiges Fleisch vom Discounter fleißig verzehrten. „Hähnchen entstehen nun mal nicht bei Aldi in der Kühltruhe“, so Dieckmann. „Es kann nicht sein, dass der Landwirt der Böse ist.“

Gedruckte GZ: Was der Kreisveterinär zum Thema Hähnchenmast sagt, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.

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Kommentare

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studie schrieb am 31.08.2010 20:48

In 5 Wochen von ca 40g beim Schlüpfen leichten zu 1,5 kg schweren Hühnern ... das ist doch nicht normal. Ich bin mit Hühnern und Co groß geworden. Die Tiere wachsen, das ist von der Natur so gewollt, aber doch nicht in 5 Wochen auf 1,5 kg. Tut mir leid, aber das ist in meinen Augen pervers. Da hört auch mein Verständnis für die Landwirte auf. Und das soll deutsches Tierschutzrecht sein? Möchte mal sehen, wenn so ein Landwirt in 5 Wochen sein Gewicht um das 40-fache steigert(selbst am Beip. eines Neugeborenen mit 4000g macht das dann 160 kg) Ich weiß, 1,5 kg ist für ein Huhn kein unnormales Gewicht, aber nicht in der Zeitspanne. Das sowas hier in Deutschland erlaubt ist, ist schlichtweg unglaublich und unfassbar.

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KUS schrieb am 31.08.2010 21:02

Bei einer Mastdauer von fünf Wochen würden etwa 400.000 Hähnchen pro Jahr "erzeugt". Wohin sollen die alle? Über den Daumen gepeilt, müßte jeder Langelsheimer, der schon oder noch beißen kann, 40 Hähnchen im Jahr vertilgen. Es könnte sein, daß dieser oder jener sich verweigert. Wohin mit dem "Rest"? Nach der Lektüre des Artikels vermute ich, daß die sorfältig gemästeten Hähnchen keinesfalls in Tiefkühltruhen von schäbigen Discount-Märkten landen werden. Wie soll das "Masthähnchen-Geschäft" funktionieren? Daß Landwirte nicht "die Bösen" sind, leuchtet mir ein - sie müssen wie die meisten Menschen zusehen, daß sie über die Runden kommen. Aber den Spieß einfach umdrehen zu wollen und dem "Verbraucher" vorzuwerfen, daß er es genauso macht, ist auch nicht in Ordnung. Zu Weihnachten hätte ich gerne eine Freiland-Gans von etwa 3,5 Kilogramm. Wer kann mir helfen?

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Wasserfrau17 schrieb am 01.09.2010 13:40

@KUS in Hahausen gleich hinter dem Ortseingang von GS kommend laufen Gänse auf ner Wiese rum vielleicht ist eine für dich dabei.@Studie kann Ihnen nur recht geben.

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monsi schrieb am 02.09.2010 06:28

Schön das sich die Politik in Langelsheim anscheinend mal an den Interessen der Anwohner ausrichtet und nicht versucht ein Projekt mit aller Macht durchzudrücken nur um einen weiteren industriellen Steuerzahler zu erhalten! Zu der Idee der Bauern: Schaut mal ein wenig mehr TV! Dort kam vor einigen Tagen ein schöner Bericht über einen Bauern der mittlerweile als erster in Deutschland mit Erfolg Bio-Garnelen in seinem Schweinestall züchtet! Keine Massentierhaltung, kaum Emmissionen... Das wäre doch mal eine Marktlücke wo sich eine Investition lohnen würde...

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Wasserfrau17 schrieb am 02.09.2010 14:18

@monsi wollen wir hoffen das die Langelsheimer Poliker nicht noch ihrer Meinung ändern,denn die Bauern werden so schnell nicht aufgeben um ihre Sache doch noch durchziehen zu können.

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KUS schrieb am 02.09.2010 20:10

Hej Wasserfrau17, danke für den Hinweis, doch habe ich Fragen: Die Gänse laufen dort unter freiem Himmel auf einer Wiese herum? Wie oft muß eine Wiese desinfiziert werden, welche Art von Be- und Entlüftung ist vorgeschrieben? ;-) Ernst jetzt. Auch ich befürchte, daß "der Käs' noch nicht gegessen ist". Mit den Zuständigkeiten für die erforderlichen Stempel kenne ich mich nicht aus, vermute aber, daß "Vitamin B" hilfreich gegen stänkernde Anwohner sein könnte. Ich hoffe, daß die freie Grundschule Bredelem nicht durch ihr Gegenteil entwertet wird. In diesem Fall glaube ich nicht, daß Gegensätze sich anziehen.

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Wasserfrau17 schrieb am 03.09.2010 20:11

@ KUS das Fedeiese rumlaufen,rvieh befindet sich nicht in Hahausen sondern in Neuenkrug gleich an eingang rechts,sorry.In Jerstedt Richtung Wiglo sollenn auch welche aufner Wiese rumlaufen,weißich aber nur von dritten

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Wasserfrau17 schrieb am 03.09.2010 20:11

@ KUS das Fedeiese rumlaufen,rvieh befindet sich nicht in Hahausen sondern in Neuenkrug gleich an eingang rechts,sorry.In Jerstedt Richtung Wiglo sollenn auch welche aufner Wiese rumlaufen,weißich aber nur von dritten

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