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Langelsheim
1.000 Jahre alte Wüstung bewiesen
ASTFELD. Der Beweis ist erbracht: Um 1000 n. Chr. wurde in Astfeld Rammelsberger Erz verhüttet. Überreste dieser Tätigkeit fanden sich jetzt genau an der Stelle, an der vor 13 Jahren bei Radaruntersuchungen eine Anomalie im Boden festgestellt und die Wüstung Astfeld vermutet worden war.
Die Gelegenheit für die Suche war günstig: Weil ein ortsansässiger Unternehmer auf dem Areal am Wellbach eine Lagerhalle errichten will, hatte er den Mutterboden beiseitegeschoben. Was dabei zum Vorschein kam, entzückte Friedrich-Albert Linke, ehrenamtlicher Beauftragter des Landkreises Goslar für die archäologische Denkmalpflege: Er entdeckte Scherben vom Rand eines Gefäßes – aufgrund der Form datierte er sie aufs Mittelalter um 1000 n. Chr. „Die Form war eine Modeerscheinung. Er veränderte sich wie bei uns die Bierflaschen“, sagt Linke.
Zwei Wochen lang untersuchten im Auftrag des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege Linke und vier Mitarbeiter von Dr. Lothar Klappauf vom Goslarer Stützpunkt der Arbeitsstelle Montanarchäologie das Gelände. Dabei fanden sie Keramikreste, Schlacken und Kupferkies vom Rammelsberg. Aber auch Hinweise auf eine Siedlung kamen zum Vorschein: Ein unförmiger Klumpen erwies sich als Hüttenlehm, mit dem einst das Flechtwerk beworfen worden war. Ihr besonderes Augenmerk legten die Forscher aber auf Verfärbungen im Boden, die sichtbar wurden, nachdem sie die Fläche gesäubert hatten. „An jeder dieser Stelle hat ein Pfosten gestanden, vielleicht von einem Haus“, sagt Linke. Die Farbunterschiede kennzeichnen Stellen, an denen die Zusammensetzung des Bodens von dem seiner Umgebung abweicht. Dazu kommt es, wenn ein Loch nach dem Einsetzen eines Pfostens mit Erde verfüllt wird. Humusschichten liegen plötzlich unten oder vermischen sich mit dem Aushub – es entsteht eine andere Bodenmischung mit anderer Farbe.
Bei den Grabungen entdeckten die Forscher auch eine Feuersteinklinge. „Die könnte aus der Steinzeit stammen, mindestens 2500 vor Christus“, sagt Linke, der das Areal gerne genauer untersuchen möchte.
Gedruckte GZ: Warum es zunächst nicht zu genaueren Untersuchungen kommen wird, lesen Sie in der Montag-Ausgabe.
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