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Langelsheim
Wald an Granetalsperre wird gekalkt
NORDHARZ. Seit Dienstag brummt und knattert es über den Wäldern an der Granetalsperre von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Dort werden 500 Hektar Wald per Hubschrauber gekalkt.
„Wenn das Wetter mitspielt, ist schon diese Woche alles fertig“, sagt Revierförster Rainer Hoffmeister, der die Aktion leitet. Gekalkt werden erstmals der Nordberg und nach zehn Jahren Pause erneut der Groten- und der Lüttgenberg, östlich und südlich des Stausees gelegen. Dazu kommt ein Stück Langelsheimer Kirchenforst in Richtung Hahausen.
Kalk und Magnesium
Alle Waldgebiete zählen zum so genannten Betreuungsgebiet der Revierförsterei Wolfshagen. „Sie gehören nicht dem Staat, sondern den Harzwasserwerken, den Jerstedter Forstgenossen und eben der Kirche“, erklärt Hoffmeister.
Im Einsatz sind zwei Hubschrauber, zwei Radlader und einige Lastwagen. Das feinkörnige, grau-braune Material, das die Hubschrauber über den Wäldern ablassen, besteht zu 55 Prozent aus Kalk und zu 35 Prozent aus Magnesium. Es kommt aus Osterode, von wo es per Lkw zu den Hubschrauberlandeplätzen im Wald gefahren wird. Mit der Steuerung der Kalklieferungen ist ein Mitarbeiter im Wald befasst, der ständig Kontakt zu den Piloten hat.
Pausenlos im Einsatz
Weil die Flugstunden den größten Teil der insgesamt 70.000 Euro teuren und von Bund, Land und EU bezahlten Maßnahme bilden, sind die Piloten fast pausenlos im Einsatz.
Alle zehn Jahre wird der Waldboden mit solchen Kalkungen stabilisiert. Obwohl die Luftverschmutzung in den vergangenen Jahrzehnten sehr nachgelassen habe und damit auch der Regen nicht mehr so sauer sei, sei dies nötig, sagt Hoffmeister. Der Magnesiumanteil im Streugut diene der Düngung, der Kalkanteil der Entsäuerung. Durch die Veränderung des Nährstoffgehaltes im Boden würden die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Fäulnis und Pilzkrankheiten.
50 Meter Abstand halten die Hubschrauber zu den Ufern der Talsperre sowie zu Ortslagen. Wanderer werden durch Schilder auf die Arbeiten hingewiesen, und bestimmte Wege werden weiträumig abgesperrt. Hoffmeister rät, sich danach zu richten, denn eine Begegnung mit Lkw, Radladern oder landenden Hubschraubern sei nicht ungefährlich.
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