Langelsheim

Welche Optionen gibt es für die Sophienhütte?

09.03.2010
Von Ralf Blasig

Welche Optionen gibt es für die Sophienhütte?

Das Sophienhütte-Gelände: Neben dem BioBlock soll dort vorrangig ein weiteres Biomassekraftwerk entstehen. Foto: Archiv

LANGELSHEIM. Gespannt warten viele Langelsheimer auf Neuigkeiten zur Zukunft des Sophienhütte-Geländes. Liegen sie vor, soll die Öffentlichkeit sofort davon erfahren, verspricht die Politik. Die Firma Maxxcon jedoch hält sich mit Blick auf ihre Kraftwerkspläne bedeckt. Die GZ stellt die Optionen gegenüber.

LANGELSHEIM. Gespannt warten viele Langelsheimer auf Neuigkeiten zur Zukunft des Sophienhütte-Geländes. Liegen sie vor, soll die Öffentlichkeit sofort davon erfahren, verspricht die Politik. Die Firma Maxxcon jedoch hält sich mit Blick auf ihre Kraftwerkspläne bedeckt. Die GZ stellt die Optionen gegenüber.

Ein EBS-Kraftwerk kommt

Dafür spricht: Rechtlich sind die Planungen für ein Kraftwerk für Ersatzbrennstoffe (EBS) recht weit fortgeschritten: Seit dem vergangenen Sommer liegt der positive Vorbescheid des Braunschweiger Gewerbeaufsichtsamts vor, auf dessen Basis Maxxcon weitere Genehmigungen für den Bau beantragen könnte. Sämtliche Widersprüche von Kraftwerksgegnern gegen den Vorbescheid hat die Gewerbeaufsicht inzwischen zurückgewiesen.

Dagegen spricht: Die Bürgerinitiative Sophienhütte kämpft weiterhin auch mit rechtlichen Mitteln gegen das Kraftwerk: So hat sie angekündigt, gegen das Zurückweisen der Widersprüche vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg zu klagen.

Wirtschaftlich scheint es derzeit keine Basis für ein Kraftwerk zu geben. Erst vor wenigen Tagen hat Maxxcon mitgeteilt, dass nach den EBS-Plänen für Langelsheim auch das Vorhaben in Osnabrück auf Eis liegt.

Ein anderes Kraftwerk kommt

Dafür spricht: Maxxcon hat sich bereits stark in Langelsheim engagiert – dem sollten in einem gewinnorientierten Unternehmen möglichst schnell Einnahmen gegenüber stehen. Immer wieder hat das Unternehmen betont, dass man an Alternativen zum EBS-Kraftwerk arbeite. Zuletzt war in einer Mitteilung vom Februar von einem „Heizkraftwerk“ die Rede, das Dampf und Strom für die Langelsheimer Industrie erzeugen solle.

Dagegen spricht: Spekuliert wird über alternative Brennstoffe – doch auch hier drohen nach Ansicht von Fachleuten Probleme. Der Markt für Altholz sei leer gefegt, sagte kürzlich beispielsweise Holger Alwast vom Prognos-Institut der GZ.

Als eine recht hohe Hürde für ein alternatives Kraftwerkskonzept können zudem die Anforderungen möglicher Abnehmer gelten: Energie-Lieferungen der Maxxcon dürften für Langelsheimer Unternehmen nur dann interessant sein, wenn sie die heutigen Kosten senken und eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet ist.

Es gibt eine Hängepartie

Dafür spricht: Ähnlich wie in Osnabrück könnte Maxxcon auf bessere Zeiten für ein EBS-Kraftwerk warten. Mit Blick auf Langelsheim böte der Vorbescheid dem Unternehmen viel Spielraum. Der Vorbescheid gilt für drei Jahre. Nach Auffassung der Gewerbeaufsicht läuft diese Frist zudem erst dann, wenn der Bescheid Bestandskraft hat – angesichts der angekündigten Klagen kann dies noch lange dauern.

Dagegen spricht: Wirtschaftlich dürfte Maxxcon kein Interesse daran haben, dass das investierte Geld zu totem Kapital ohne Erträge wird. Als denkbare Ausstiegsmöglichkeit gilt ein Weiterverkauf des Sophienhütte-Grundstücks. Eine solche Variante habe das Unternehmen bereits geprüft, sagt Sprecher Peter Horenburg: „Wir planen viele Konzepte durch.“ Denkbar ist nach seinen Worten auch ein Teil-Verkauf, für den es „interessierte Gesprächspartner“ gebe.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Chef des Braunschweiger Gewerbeaufsichtsamtes, Jürgen Reif, die Behörde verlassen hat und in Ruhestand gegangen ist. Sei vorläufiger Nachfolger ist mit dem Langelsheimer Projekt bereits vertraut: Reifs bisherige Stellvertreter Ernst-Dietrich Morgener leitete im vergangenen Jahr die mehrtägige Erörterung zum EBS-Kraftwerk.

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