Goslar

Königsberg: Harzwasserwerke stoppen Tourismuspläne auf Zielgeraden

09.12.2009
Von Frank Heine

Königsberg: Harzwasserwerke stoppen Tourismuspläne auf Zielgeraden

Erst große Hoffnung, jetzt große Enttäuschung: Für das 32 Millionen Euro schwere „Königsberg-Ressort“ war der Förderantrag beim Land schon Mitte September gestellt. 1984 und am 25. Juni dieses Jahres wüteten Großfeuer auf dem Gelände. Was passiert jetzt?

GOSLAR. Der Förderantrag für den Königsberg war lange gestellt, die Präsentation vor der Politik für Donnerstag geplant: Doch nun stoppen die Harzwasserwerke aus Sorge um das Trinkwasser die 32 Millionen Euro schweren Tourismus-Pläne.

„Ausgerechnet an dieser Stelle den Fangschuss zu bekommen, tut schon weh“, sagte Investor Wolfgang Behr am Mittwoch. Er ist über seine Gesellschaft „Behr+Partner“ im nordrhein-westfälischen Schwerte Eigentümer des rund 50.000 Quadratmeter großen Geländes.

Wo früher eine Lungenheilstätte angesiedelt war und nach inzwischen zwei Großbränden die Ruinen grüßen, sollte unter dem Arbeitstitel „Königsberg-Ressort“ eine Ferienwohnanlage entstehen.

Als Goslars Oberbürgermeister Henning Binnewies am Dienstag die Führungsspitze der Harzwasserwerke mit Sitz in Hildesheim zu einem letzten Abstimmungsgespräch im Rathaus empfing, kam die endgültige Absage zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend. „Es gab vorher klare Signale der Führung, dass eine Anlage an dieser Stelle Chancen habe“, sagte Binnewies.

„Wir waren immer skeptisch“, erklärte dagegen Renke Droste, Geschäftsführer der Harzwasserwerke, und spielte den Schwarzen Peter zurück. Aufgrund der Lage des Areals in der Wasserschutzzone II und des steil abfallenden Geländes hin zur Granetalsperre, „dem Herzstück der Trinkwasserversorgung“, sei das Nein unabdingbar.

Fakten, die allerdings allseits seit langem bekannt waren. „Wir haben frühzeitig darauf hingewiesen“, sagte Dr. Friedhart Knolle, Sprecher der Bürgerinitiative „Hände weg vom Steinberg und Königsberg“. Das Rathaus sucht inzwischen nach einem Alternativstandort.

Gedruckte GZ: Wie das Schwarze-Peter-Spiel weitergeht, warum der Investor trotzdem am Donnerstag nach Goslar kommt und welche Alternativen im Gespräch sind, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe.

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Kommentare

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Goseteufel schrieb am 10.12.2009 08:02

Ein alternativer Standort wäre z.B. das Fliegerhorstgelände. So könnte man sogar einen Teil der denkmalgeschützten Gebäude erhalten.

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YetiF schrieb am 10.12.2009 08:38

Ach ja, der "Touristische Dreiklang"... damals haben wir echt noch gedacht, wir wählen einen Oberbürgermeister, der endlich mal was bewegt in Goslar. Und was ist letztlich draus geworden? Manche stehen am Ende ihre Amtszeit ja nur vor einem sprichtwörtlichen Scherbenhaufen; bei uns ist es mehr eine riesige Brandruine. (Aber die Legislaturperiode ist ja auch noch nicht zuende, da kann noch mehr kommen.) Der Touristische Dreiklang - am Ende dann wohl doch eine "Enharmonische Disharmonie". - Gruß an dieser Stelle an meinen alten Musiklehrer, Herrn Mohr. Ist doch noch irgendwas hängen geblieben... ;-)

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easyline001 schrieb am 10.12.2009 22:53

Warum wundert mich das jetzt gar nicht ??? Ist doch typisch für Goslar !!!

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Neubürger schrieb am 11.12.2009 11:25

wenn man meint es geht nichts mehr kommt ein Teil der Rats- und Verwaltungsdiletanten daher im Reden schwingen topp im Handeln ein flop. Wenn sich in dieser Beziehung nicht bald ( bzw. nächste Wahl ) endlich was ändert sieht es grotenschwarz für Goslar aus.

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