
Nachrichten aus dem Harz
Goslarsche Zeitung | Harzburger Zeitung | Harzer Tageblatt
Öffentliche Anzeigen für den Harz



- Über uns |
- Kontakt |
- Mediadaten |
- Sitemap |
- Login |
- Newsletter |
- Jobs
Goslar
Die im Dunkeln sieht man nicht
Gehen in Goslar bald die Lichter aus? Foto: Schenk
GOSLAR. Als die Neue Deutsche Welle 1982 auf dem Höhepunkt der Spaßgesellschaft den Sänger Markus mit dem Titel „Kleine Taschenlampe brenn“ aus einem Nena-Kinofilm nach oben spülte, konnte man nicht ahnen, dass dieser Wunsch 30 Jahre später ernst werden könnte: Nummer 194 der Konsolidierungsmaßnahmen des Zukunftsvertrags zwischen Stadt Goslar und Land Niedersachsen ist die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung.
Der Bauausschuss stimmte bei drei Enthaltungen dem Vorhaben bereits zu, das vorsieht, die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet ab 2. Januar 2013 an Wochentagen von 0 bis 5 Uhr und an Samstagen und Sonntagen von 1 bis 5 Uhr abzuschalten.
Ausgenommen werden aus Sicherheitsgründen die Fußgängerunterführung am Bahnhof und die Fußgängerüberwege, deren Beleuchtung gesetzlich vorgeschrieben ist. Ausnahmen soll es auch bei Großveranstaltungen geben, die bis in die Nacht dauern. Wie das Altstadtfest, auf dem vor einiger Zeit ein in die Jahre gekommener Markus erneut seine „Taschenlampe“ dudelte, mit der sich die Goslarer künftig bereits unterwegs sehen: „Im Universum flüstert man sich zu, der kleine Prinz hat nachts ein Rendezvous.“
Erstmal hatte jedoch der große Prinz für den Verwaltungsausschuss am Dienstag die Reißleine gezogen und die Nachtabschaltung von der Tagesordnung genommen. OB Dr. Oliver Junk reagierte damit auf weiteren Gesprächsbedarf der Polizei wie auch auf Bedenken des Kommunalen Präventionsrats (KPR) unter Führung von Tom Derer.
Man müsse das subjektive Sicherheitsgefühl gerade der älteren Generation sehr ernst nehmen, betont Derer. Ergänzt wird er von Hans-Joachim Schlüter, Chef des „Runden Tischs Jürgenohl“ – beide Gremien haben vorige Woche gemeinsam getagt: „Es gibt keine Städte vergleichbarer Größe Goslars, in denen komplett abgeschaltet wird.“ Für einzelne Stadtteile möge das sinnvoll sein, aber nicht für kritische Punkte wie die Danziger Straße oder die Goslarer Altstadt.
In welchem Umfang die Maßnahmen für Goslar greifen, die in Vienenburg und Liebenburg bereits eingeführt sind, soll die Abrechnung 2014 erweisen. Für 2012 sind 495.000 Euro Stromkosten als Basis angesetzt, fürs nächste Jahr 552.000 Euro ohne und 385.000 Euro mit Nachtabschaltung. Das für den Zukunftsvertrag formulierte Einsparziel liegt bei 90.000 Euro. Dazu passt die Empfehlung, auf die weitere Kosten sparende LED-Technik umzustellen.
Gedruckte GZ: Was eine GZ-Zustellerin, die nachts um drei raus muss, von der Nachtabschaltung hält, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.
Kommentare
Die Kommentare geben nicht die Meinung der Zeitung wieder. Sie sind Einzelmeinungen der Leser, keine repräsentative Auswahl.
Man hat es ja leider verpennt, bei vergangenen Austauschaktionen von Leuchten und Laternen endlich auf LED-Technik umzusatteln! Es mussten ja wieder die alten Stromfresser in Form von Quecksilberleuchten eingesetzt werden. Nun sattelt man vielleicht (vielleicht aber auch nicht) in den kommenden Jahren auf LED um und hat im Nachinein wieder mehr Geld ausgegeben, als eigentlich notwendig gewesen wäre! Nun ja - lernen durch Schmerzen! Vielleicht gibt`s ja doch noch Verantwortliche in der Verwaltung, die das Pferd endlich einmal von der richtigen Seite aufzäumen!? Ach ja liebe Leute, sollte doch irgendwann einmal die LED-Technik eingesetzt werden - die verbrauchen nur ein Minimum an Strom, da könnt ihr die Beleuchtung ohne Sorge auch des Nachts anlassen!!! Nun denn: möge sich niemand während der Abschaltung auf die Nase legen und liebe Mitbürger: achtet auf noch dunklere Ecken und Nischen - wer weiss wer und was dahinter lauert...!?!?
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Auch LED benötigt Strom. Bei den Goslarer Glockenleuchten immerhin auch noch knapp 25% der aktuellen Leuchtkörper. Ein kostengünstiger Umrüstsatz auf LED ist für diese Leuchten zudem erst kürzlich auf den Markt gekommen. Die Preise fallen jetzt deutlich und Systemstandards setzen sich durch. Eine "Video2000-LED-Leuchte" hätte hier sicher auch zu den bekannten Kommentaren geführt. Aber richtig, stromsparende Leuchttechnik ist wichtig, daher hab ich in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt darum gebeten, erst die Einsparungen durch LED anzusetzen und darauf die Einsparung durch Nachtabschaltung zu rechnen. Im Augenblick ists umgekehrt, der Sparbetrag durch LED fällt somit geringer aus. Ein mulmiges Gefühl hat man. Wie, einfach dunkel machen? Negativerfahrungen anderer Kommunen sind der Stadtverwaltung nicht bekannt. Es wurde im Ausschuss gar darauf verwiesen, Licht könne auch ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln. Wie wird das denn hier bewertet?
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Die im Artikel getroffene Aussage, es habe noch keine so große Stadt wie Goslar erfolgreich eine Nachtabschaltung eingeführt, entbehrt jeglicher Grundlage. So gehen etwa in Rheine an der Ems (72.000 Einwohner und damit 32.000 mehr als Goslar) bereits seit 2005 zwischen 1:00 und 3:30 Uhr fast sämtliche Straßenlampen aus. Die Stadt spart damit jedes Jahr viel Geld und muss - einer gemeinsamen Untersuchung der FH Münster sowie der Polizei Rheine zufolge - dennoch keine Abstriche bei der öffentlichen Sicherheit hinnehmen: http://www.rheine-buergerinfo.de/vo0050.php?__kvonr=788 Ich hoffe, Goslars OB und Rat lassen sich durch solche offenkundig falschen Argumente nicht blenden...
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Herr Reinboth, das ist doch der Punkt: es ist ein Unterschied, ob man zwischen 1:00 und 3:30 Uhr oder - wie hier geplant, zwischen 0:00 und 5:00 abschaltet. Darum geht es doch! Möglicherweise kann man hier noch nachjustieren.
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Ich hatte seinerzeit in Vienenburg vorgeschlagen, doch ein Lampen"sponsoring" einzuführen, bei dem Interessierte die Beleuchtung für die Laterne bezahlen. Wurde als angeblich nicht machbar abgelehnt. Für Goslar möchte ich ernsthaft vorschlagen, doch ein Spendenkonto für die Beleuchtung einzurichten! Umgerechnet auf jeden Bürger geht es um weniger als 3,-€ pro Jahr! Das sollte doch als Spende zusammenzubekommen sein, vor allem Firmen sind durchaus bereit, ihr Scherflein beizutragen. Liebe Stadträte: Einfach machen, das wird was!
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Bloß nicht. Die Stadt macht es sich in letzter Zeit schon einfach genug ihre Pflichten auf die Bürger und Ehrenamtliche abzuwerfen. Egal ob bei Jugendarbeit oder bei dem Beschneiden von Grünanlagen und ich denke da lässt sich noch einiges mehr aufzählen. Alles wird auf die Bürgerinnen und Bürger abgelastet, jetzt auch noch die Straßenbeleuchtung? Das wäre die Krönung. Zur Nachtabschaltung denke ich hat alles sein für und wider, welche genau abgewägt werden sollte.
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Lieber MRU, es gibt Leute, die suchen Lösungen für die Probleme. Ich zahle dann ihre 3,-€ mit!
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Hallo Herr Knigge, die 3,- € können Sie dann für unseren 4 Personenhaushalt bitte auch mit übernehmen. Es werden sich noch genügend finden, für die Sie dieses auch noch übernehmen können. Vielen Dank.
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Gerade musste ich lesen, das es auf dem Parkplatz hinter der Kreismusikschule ein versuchtes Tötungsdelikt gab. Ich habe dort einmal gewohnt und bin dort sozusagen aufgewachsen. Es war schon immer schaurig, als das alte Ordnungsamt noch komplett stand auf dem Hinterhof, es gab wenig Beleuchtung, aber es reichte aus um sehen zu können. Ich mag mir garnicht vorstellen, wie gespenstisch es erst ist, wenn die Lampen nachts aus sind. Der Rat öffnet der Kriminalität Tür und Tor und ermöglicht durch dieses Vorgehen sozusagen noch den Fluchtweg potentieller Täter. Im übrigen ist es eine lächerliche Einsparung, da gibt es Möglichkeiten die deutlich mehr bringen, zB. die "Nachtwächter " die im Rat sitzen. Zudem wird es sich in krminellen Kreisen sehr schnell rumsprechen, dass man in Goslar ab 2 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens unbehelligt seinen Taten nachgehen kann. Auch wenn um diese Uhrzeit wenig los ist, muss die Sicherheit garantiert bleiben.
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Wenn ein Straftäter den Entschluss gefällt hat ihnen ans Leder zu gehen dann werden ihn auch 2000W Leuchten nicht davon abbringen. Oder ist auf Bahnsteigen wo die Leute fast totgeschlagen werden die totale Finsternis ausgebrochen? Es gibt keine Sicherheit die gewährleistet ist. Und die kriminellen Kreise die mich unbehelligt abzocken machen das per Post und Lohnabrechnung)
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Kein Wunder, dass die Poltik keine Lösungen mehr hinbekommt. Jeder will, dass ER / SIE NICHT betroffen ist. Für Probleme müssen Lösungen gesucht werden und wenn die Stadt (das sind übrigens WIR, nicht die da!) kein Geld für Licht hat, wir aber Licht wollen, dann muss das eben von UNS organisiert werden. Da aber 90 % der hier Wohnenden (und Schreibenden) nur Probleme abwälzen und keine Lösung suchen, wird auch keine gefunden. Dann eben nicht!
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Lieber Herr Knigge Schreiben sie mal bitte was für eine lösung sie mal gemacht haben ohne Geld von anderen zu erbetteln um eine Lösung zu Präsentieren.Ober überhaupt schon mal was verändert haben zum Positiven.
Diesen Kommentar der Redaktion melden
U.M.: steht oben. Wer lesen kann, ist im Vorteil! Ich muss mich auch nicht vor Ihnen rechtfertigen, denn ich habe schon eine Lösung präsentiert auf freiwilliger Basis, die SIE natürlich nicht mitmachen müssen!
Diesen Kommentar der Redaktion melden
Weitere Artikel aus dieser Rubrik
- Pkw bleibt liegen: Stau in der Tangenten-Baustelle
- Einbrecher vorläufig festgenommen
- Landgericht ahndet brutales Ende einer Hetzjagd mit Haftstrafen für Brüder
- Bewaffnete Überfälle auf Spielhallen in Goslarer Innenstadt
- Baustellen: Autofahrer brauchen in Goslar Geduld
- Gewerkschaft prangert das Zurückhalten von Löhnen an
- Zwei neue Brücken in der Altstadt
- Pauluskirche ist kein Gotteshaus mehr
- Betrunkener Mofafahrer kippt während der Fahrt um
- Churchwalk ist dem Krabbelalter entwachsen
Nachrichten aus der Region
Meist gelesen
- Pfingstfest im Harz: Sonniger Sonntag lockt Besucher-Scharen, Clooney-Crew in Altenau
- Motorradfahrer aus Langelsheim prallt beim Überholen gegen ein Auto
- Betrunkener Radler verirrt sich im Wald bei Liebenburg
- Motorradfahrer aus Langelsheim kollidiert mit Auto
- Kopfnuss und ein Tritt ins Gesäß: Pokalspiel findet blutiges Ende











