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Goslar
Remondis-Gruppe übernimmt Eurawasser komplett
Die Hauptverwaltung von Remondis in westfälischen Lünen. Foto: dpa
GOSLAR/LÜNEN. Anfang November wurde es offiziell noch als „Gerücht“ und „Marktsondierung“ abgetan, doch nun ist es Fakt: Der französische Konzern Suez Environnement hat am Donnerstag zu nachtschlafender Zeit um 4.30 Uhr sein deutsches Tochterunternehmen Eurawasser verkauft.
Dieses wiederum ist mit 49 Prozent als Minderheitsgesellschafter an der Stadtentwässerung Goslar (SGG) beteiligt. Erwerber ist die Remondis-Gruppe.
Der neue Goslarer Eurawasser-Geschäftsführer Holger Fricke und SGG-Aufsichtsratvorsitzender Armin Kalbe bestätigten am Donnerstag kurz nacheinander den Vorgang, bevor die Kaufbeteiligten am Freitag selbst an die Öffentlichkeit gingen. Danach erwirbt Remondis Aqua als Teil der Remondis-Gruppe mit Sitz in Lünen 100 Prozent der Eurawasser-Geschäftsanteile für einen Kaufpreis von rund 95 Millionen Euro. Der Verkauf muss noch von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden.
Damit setzte sich – nach Insider-Informationen in letzter Minute – Remondis insbesondere gegen den deutschen Mitbewerber Gelsenwasser, aber auch gegen den französischen Konzern Veolia durch. Die international tätige Remondis Aqua-Gruppe, deren Aktivitäten zu rund 85 Prozent in der Türkei, Russland, Indien, Polen, Spanien und weiteren europäischen Ländern liegen, will nachhaltig ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland unter anderem im Bereich der Wasserversorgung erweitern.
Durch die vor kurzem erfolgte Akquisition der Thyssen-Tochtergesellschaft Xervon und die Eurawasser-Übernahme wächst die Remondis-Gruppe auf über 30 000 Mitarbeiter und einen für das Jahr 2012 erwarteten Gesamtumsatz von mehr als sechs Milliarden Euro an.
Die Eurawasser-Gruppe beschäftigt heute in Deutschland rund 900 Mitarbeiter. In Goslar betreibt das Unternehmen seit 1996 im Kooperationsmodell die Abwasserentsorgung für die Stadt Goslar und Teile der Samtgemeinde Oberharz. Später kamen Straßenreinigung und Teile des Winterdiensts hinzu.
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