Goslar

Rammelsberg träumt von einer sich selbst aktualisierenden Ausstellung

08.09.2010
Von Frank Heine

Rammelsberg träumt von einer sich selbst aktualisierenden Ausstellung

Archäologe Dr. Lothar Klappauf präsentiert das gefundene Bruchstück einer jahrhundertealten Öllampe. Foto: Schenk

GOSLAR. Die Ziele hat Andrea Riedel schon einmal klar abgesteckt: „Kurzfristig Führungen, mittelfristig eine Zuwegung und langfristig ein Betrieb der Schiefermühle.“

Die Rammelsberg-Chefin will das Grabungsfeld am früheren Tagebau, quasi der Geburtsstätte des gesamten Goslarer Bergbaus, direkt ans Welterbe-Museum anschließen und für Besucher erreich- und erlebbar machen. „Wer hat das sonst auch schon?“, fragt Archäologe Dr. Lothar Klappauf, „um seine Funde einem Publikum präsentieren zu können, müssen andernorts erst Museen gebaut werden.“

Das Rammelsberger Bergwerkmuseum steht direkt nebenan und will von den bereits gefundenen und noch erwarteten Stücken profitieren. Fragmente einer Öllampe aus dem 13./14. Jahrhundert, dem ältesten bisher entdeckten Geleucht am Rammelsberg, zwei Klopfsteine aus dem 12. Jahrhundert, Seil- und Lederreste haben Klappauf und sein Team bislang aus der Erde geborgen. Bereits früher wurden ein ins Jahr 1024 datierter Schuh (1999), ein Hohlweg (2003) und eine weitere Öllampe (2008) gehoben.

Alles Stücke, die sich Riedel, Klappauf und auch Goslars Oberbürgermeister Henning Binnewies sehr gut in einer dauerhaften Sonderausstellung vorstellen könnten, die sich je nach Entdeckungen selbst aktualisiert. Auf einem Hektar Fläche den kompletten Bergbau von Beginn an bis zum Ende 1988 zeigen – diese europaweit einmalige Konstellation wünscht sich Binnewies.

Zumindest das älteste Stück, der fast 1000 Jahre alte Schuh, sonst dauerhaft im Kloster Walkenried gezeigt und derzeit nach Bochum ausgeliehen, soll probeweise schon einmal im zweiten Halbjahr 2011 an seinem Fundort präsentiert werden.

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