Goslar

Graben auf Ritter Ramms Spuren: Archäologen finden älteste Öllampe

07.09.2010
Von Frank Heine

Graben auf Ritter Ramms Spuren: Archäologen finden älteste Öllampe

Interessante Funde am Rammelsberg: Das Grabungsfeld liegt direkt oberhalb der Schiefermühle. Foto: Heine

GOSLAR. Mit Fragmenten einer Öllampe aus dem 13./14. Jahrhundert ist bei Grabungen oberhalb der Schiefermühle das bisher älteste Geleucht am Rammelsberg gefunden worden. Die Archäologen wähnen sich bei ihrer Arbeit direkt auf Ritter Ramms Spuren.

„Wir sehen ein riesiges Potenzial an archäologischem Material und erwarten zukunftsweisende Funde“, sagt Dr. Lothar Klappauf von der Arbeitsstelle Montanarchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege. Seit Juni ist ein zehnköpfiges Grabungsteam dabei, den jahrhundertealten Tagebau systematisch zu durchsuchen.

Neben der Öllampe förderten sie bereits Klopfsteine und Seilreste aus dem 12. Jahrhundert zutage. „Und wir graben erst an der Decke jener Schichten, zu denen wir eigentlich hinwollen“, sagt Klappauf. Geplant ist der Vorstoß bis in die Anfänge des Bergbaus am Rammelsberg, die sich mit dem sagenumwobenen Ritter Ramm und seinem scharrenden Ross verbinden.

Wann dieser Zeitpunkt historisch korrekt gewesen sein könnte? „Wir hoffen auf den Nachweis, dass der Bergbau hier schon zur Bronzezeit rund 1000 vor Christus stattgefunden hat“, erklärt Geologe Friedrich Wachholz.

Die ersten Funde machen den Verantwortlichen im Goslarer Rathaus und am Rammelsberg Mut. „Wir können auf einem Hektar Fläche den Bergbau von Beginn an bis zum Ende 1988 präsentieren“, sagt Oberbürgermeister Henning Binnewies – europaweit einmalig.

Museumschefin Andrea Riedel will künftig feste Führungen zum Grabungsfeld anbieten. Erstmals sind sie am 12. September zum Tag des Denkmals möglich. Archäologe Klappauf führt zwischen 11.45 und 16.45 Uhr stündlich. Treffpunkt ist das Fördergerüst des Bergbaumuseums.

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