Goslar

H. C. Starck gibt Leverkusener Tochter Clevios an Hanauer Konzern ab

02.09.2010
Von Frank Heine

H. C. Starck gibt Leverkusener Tochter Clevios an Hanauer Konzern ab

GOSLAR. Das Chemieunternehmen H. C. Starck verkauft seine Leverkusener Tochter Clevios GmbH an den Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus. Der Abschluss wird laut Starck-Presseerklärung für das vierte Quartal 2010 erwartet.

Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Clevios beschäftigt derzeit rund 80 Mitarbeiter. Den Verkauf begründet Starck mit strategischen Überlegungen.

Das Unternehmen vollziehe mit der Trennung von Clevios „einen weiteren Schritt zur Fokussierung auf die Kerngeschäftsfelder“: Bei hochschmelzenden Metallen und technischer Keramik gehöre Starck zu den weltweit führenden Anbietern. Die Clevios GmbH vertreibe dagegen flüssige Polymer-Chemikalien, die aufgrund ihrer hohen Leitfähigkeit in vielen Anwendungen vor allem in der Elektronik-Industrie zum Einsatz kämen.

Ideale Ergänzung

Diese Spezialisierung passt nach Meinung der Vertragspartner ideal als Ergänzung des Portfolios im Geschäftsbereich Precious Metals („kostbare Metalle“) bei Heraeus. Der Hanauer Familienkonzern mit 155-jähriger Tradition ist demnach mit metallischen Werkstoffen seit vielen Jahrzehnten erfolgreich im Bereich der Elektronik und Halbleitertechnologie aktiv. Heraeus zählt weltweit 12.300 Mitarbeiter und mehr als 110 Gesellschaften. Der Produktumsatz beträgt den Angaben zufolge 2,6 Milliarden Euro, der Edelmetallhandelsumsatz rund 13,6 Milliarden Euro.

„Mit dem Verkauf von Clevios fokussieren wir unsere Ressourcen auf unsere Kernkompetenzen, um am Wachstum in unseren Endmärkten überproportional partizipieren zu können“, sagt Starck-Chef Dr. Andreas Meier, „als ein Technologie- und Qualitätsführer mit globaler Produktionsstruktur sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt.“ Clevios stelle einen „essentiellen Baustein zum langfristigen Ausbau der technologisch führenden Marktposition von Heraeus dar“, bestätigt Dr. Roland Gerner, Chef des Geschäftsbereichs Heraeus Precious Metals.

Kein Banken-Druck

Die Vermutung, H. C. Starck veräußere unter dem Druck der Banken ein Stück vom Tafelsilber, um Geld in die Kasse zu bekommen, wies Sprecher Gerald Baehnisch energisch zurück: „Wir verkaufen nicht, um Liquiditätslücken zu schließen, sondern aus rein strategischen Überlegungen.“ Die frei werdenden Ressourcen und finanziellen Mittel verwende Starck für sein Kerngeschäft, erklärt Baehnisch, „um überproportional zu wachsen.“

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