Goslar

Reitstall Nordberg: Besitzer Leander Altmann investiert weiter

27.08.2010
Von Frank Heine

Reitstall Nordberg: Besitzer Leander Altmann investiert weiter

GOSLAR. Könnte er das Rad der Zeit zurückdrehen und wüsste von all dem Ärger, der folgen sollte – bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen: Würde Leander Altmann den Reitstall Nordberg erneut kaufen? „Wahrscheinlich nicht“, sagt der 37-jährige Westernreiter aus Salzgitter-Hohenrode mit ernster Miene.

Der Mann überlegt kurz, streicht sich über den kahlen Schädel, schmunzelt plötzlich und schiebt nach: „Andererseits gibt es puren Seelenfrieden, wenn man mit dem Hintern auf dem Rücken eines Pferdes sitzt.“

„Luft und Licht im Stall“

Und Pferde gibt es genug auf dem Nordberg: 25 Vierbeiner stehen dort. 17 gehören Altmann, der Rest ist zur Miete untergebracht, wird angeritten oder trainiert in einem Umfeld, das Besucher von früher wohl nicht wiedererkennen.

„Früher war es stickig und muffig, jetzt sind frische Luft und Licht im Stall“, sagt Altmann, der im März 2009 das Kommando übernahm. Neuste Anschaffung ist eine automatische Beregnungsanlage für die Reithalle, die nach Zeiteinstellung gleichmäßig den Sand wässert und Staubbildung verhindert – Pferde- und Reiterlungen werden es danken.

Nachwuchs vorhanden

Der künstliche Regen soll nicht die letzte Anschaffung sein, die Altmann tätigt: Aktuell wird gerade der Nebenstall ausgebaut, in dem unter anderem Stuten mit ihrem Nachwuchs stehen. „Zwei Prachtfohlen“, schwärmt Altmann, der gemeinsam mit Lebensgefährtin Nicole Kiesel und einer weiteren Kraft den Laden schmeißt. Und wo gehobelt wird, fallen Späne: Ein voller Container steht auf dem Hof – beileibe nicht der einzige, in dem sich schon der Bauschutt gesammelt hat.

Nicht alles ist druckreif, was Altmann über die Überraschungen beim Sanieren von sich gibt. Aber er wehrt sich weiter vehement gegen Vorwürfe, wie sie einst Otto Fricke vorbrachte, bis April Vorsitzender der Reitgemeinschaft und nach erster gescheiterter Käufersuche mit einem Interessenten aus Dänemark auf Altmann gestoßen. „Katastrophaler Zustand“ und „illegale Müllkippe“ – das will Altmann nach wie vor nicht auf sich sitzen lassen.

„Jetzt stehen eben die Tiere im Mittelpunkt“, sagt Altmann – auch wenn dies womöglich für manch einen ein völlig neuer, gewöhnungsbedürftiger Gedanke sei. Fünfmal am Tag bekommen die Pferde ihr Futter, täglich werden die vergrößerten Boxen ausgemistet.

Muss Altmann eigentlich erneut auf den Test des Pferde-Magazins „Cavallo“ vom September 2008 hinweisen, mit dem für die Reitgemeinschaft als Anlagen-Besitzer denkbar schlechtesten Ergebnis? Null von drei Hufeisen hatte es gegeben. Nein, muss er nicht.

Erste Steuer im Juli

Aber der Leiter eines ambulanten Pflegedienstes betont gern, dass der Nordberg nach dem Umbau trotz strenger Minusgrade im Winter nicht eingefroren, wie es bisweilen prophezeit gewesen sei. Die Wasserleitungen heil, kein Pferd an Unterkühlung eingegangen, kein Husten im Stall.

Und er stehe auch finanziell nicht vor dem Aus, auch wenn er erstmals im Juli Umsatzsteuer für die Anlage ans Finanzamt habe abführen müssen – die teuren Investitionen eben. „Am Ende werde ich etwa die gleiche Summe hineingesteckt haben, die ich als Kaufpreis bezahlt habe“, sagt Altmann. Rund 140.000 Euro waren im Vorjahr geflossen.

Für ihn ist klar: „Das Ding muss und wird irgendwann Geld abschmeißen.“ Der Nordberg als Erfüllung eines Lebenstraums? „Nein, das ist zu hoch gegriffen“, sagt er und grinst, „ganz klar, hätte ich die Anlage nicht gekauft, würde ich heute Porsche fahren.“ Aber wo bleibt da der Seelenfrieden? . . .

Gedruckte GZ: Wie es bei der Reitgemeinschaft Goslar, Vorbesitzer der Anlage, weitergeht, lesen Sie in der Samstag-Ausgabe.

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Kommentare

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Wasserfrau17 schrieb am 27.08.2010 22:34

Ich wünsche Herrn Altmann alles Gute mit dem Reitstall,es wurde nämlich Zeit das da oben bessere Zeiten für die Pferde kamen,auch wenn es ein paar gestrige 2Beiner das nicht wahr haben wollen

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vollekanne schrieb am 28.08.2010 10:49

werden da oben wohl mal irgendwann mal schauen wie schön es da geworden ist denn da kann es ja nur schöner geworden sein...

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612er schrieb am 29.08.2010 22:41

Ist es denn Interessierten wie z.B. "Wasserfrau 17" und "vollekanne" (und auch allen anderen) tatsächlich erlaubt, das Privat-Grundstück Reitstall Nordberg ohne Anmeldung jederzeit und überall zu betreten??? Das zumindest war zu Reitgemeinschaft-Zeiten möglich. Die GZ hat darüber leider nicht berichtet.

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Wasserfrau17 schrieb am 30.08.2010 11:48

@612er das weiß ich nun wirklich nicht ,aber da kann man sich ja erkundigen,ehrlich gesagt hab ich darüber auch nicht nachgedacht(sollte man) aber ich wünsche den Betreibern und Pferden ja "nur" alles gute,vollekanne will ja rauf und gucken:)

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vollekanne schrieb am 30.08.2010 19:38

wer sagt denn das ich auf das gelände will??? das habe ich nicht geschrieben!!! man kann sich doch mit einen fernglas bewaffnen ;)und fragen kostet nix ob man gucken darf????

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612er schrieb am 30.08.2010 22:47

Wie sich Herr Leander Altmann entschieden hat ist selbstverständlich seine Sache und ist zu respektieren! Aber warum sagt weder er noch die GOSLARSCHE ZEITUNG - die sonst alles mögliche schreibt - etwas zum erlaubten oder verbotenem Betreten des Geländes Reitstall Nordberg. Wie ist es nun also; Interessierte, Neugierige sind jederzeit bzw zu bestimmten Zeiten herzlich willkommen, oder "Private Property No Trespasing"?

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612er schrieb am 30.08.2010 23:01

Bitte um Entschuldigung. Habe ein "s" vergessen. Es heißt natürlich "No Trespassing".

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vollekanne schrieb am 31.08.2010 08:43

@ 612er wie wärs mit anrufen und fragen??? und waren sie denn mal in der reitergemeinschaft tätig sind sie reiter???

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612er schrieb am 31.08.2010 22:13

L.A. steht nicht im Telefon-Buch. Das mit dem Fernglas ist eine Super-Idee. Wahrscheinlich ein High-Tech-Glas, das sogar durch Mauern schauen kann. Dann könnten wir uns ja `mal mit Wasserfrau 17 treffen und gemeinsam den Reitstall beobachten, ob wirklich ständig so viel glückliche Kühe ... äh ...Pferde sich dort befinden. Ich hatte und habe mit Reiten und Reitgemeinschaft nichts zu tun. Wir sind aber als Kinder oft am Steinberg und Nordberg gewesen und haben uns dabei auch immer im Reitstall umgesehen. Auch später als Erwachsene bei Spaziergängen. Es hat nie Schwierigkeiten gegeben, das Gelände zu betreten.

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vollekanne schrieb am 01.09.2010 13:37

sehen sie so hatte ich das auch in erinnerung das man da gut spazieren gehen kann.. aber wenn man spazieren gehen will und pferde sehen möchte empfehle ich die wanderwege rings um das gestüt in bad harzburg wirklich sehr schön ;)

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