Goslar

Filmtage mit Regisseurin Mo Asumang eröffnet

08.03.2010
Von Katja Krause

Filmtage mit Regisseurin Mo Asumang eröffnet

Die ersten Schüler haben sich im Kinosaal Nummer 1 im Goslarer Theater zusammengefunden, um bei der Eröffnung der 7. Goslarer Filmtage dabei zu sein. Gezeigt wird der Film „Roots Germania“ und zu Gast ist die Regisseurin Mo Asumang. Foto: Sowa

GOSLAR. Die 7. Goslarer Filmtage haben begonnen. Bis zum Samstag sind im Goslarer Theater (Breitestraße 86) moderne Streifen und Dokumentarfilme unter dem Motto „Zwischen Traum und Wirklichkeit“ zu sehen. Der Eintritt kostet 2,50 Euro pro Person und Film. 3.000 Zuschauer werden erwartet.

Regisseurin Mo Asumang sprach am Eröffnungstag mit Schülern über ihren Film „Roots Germania“. Sie machte damit den Anfang der filmbegleitenden Veranstaltungen, organisiert von der Stadtjugendpflege und den Schulkinowochen Niedersachsen.

In ihrem Film begibt sich die 46-jährige Filmemacherin auf die Suche nach ihren Wurzeln. Geboren ist Mo Asumang in Kassel als Kind einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. Heute lebt sie in Berlin. Auslöser für ihren bewegenden Dokumentarfilm war eine Morddrohung gegen sie und andere bekannte Persönlichkeiten in einem Lied der Neonaziband „White Aryan Rebels“.

„Das Lied machte mir Angst“, gesteht Asumang. „Aber genau deswegen musste ich mich diesem Thema stellen.“ Warum gerade sie selbst in dem Lied genannt wird, kann Asumang nicht sagen. Sie vermutet: „Ich war zu dieser Zeit eine der wenigen farbigen Moderatorinnen im Fernsehen. Ich stehe für eine ganze Gruppe.“

Für ihren Film hat Asumang mit ihrer Mutter über ihre Kindheit gesprochen, Neonazis getroffen, ihren Vater in Afrika besucht und spirituellen Rat gesucht. Vieles hat sie unternommen, um den Hass gegen Ausländer zu verstehen. Aber wütend ist sie den Neonazis, die sie getroffen hat, nicht gegenüber getreten. „Ich wollte die Wut nicht widerspiegeln. Aber ich wollte solche Menschen kennenlernen, um zu verstehen.“

Durch die Arbeit an dem Film hat Mo Asumang zu sich gefunden. „Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich Deutsche oder Ghanaerin bin, ich kann beides sein, und das bereichert mich.“ Daher nimmt sie die Kraft, ihre Angst zu besiegen.

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