Goslar

Neuer Dienstwagen für den Oberbürgermeister: Passat soll den Phaeton ersetzen

03.03.2010
Von Frank Heine

Neuer Dienstwagen für den Oberbürgermeister: Passat soll den Phaeton ersetzen

Oberbürgermeister Henning Binnewies spricht auf dem Marktplatz – ganz in der Nähe des Rathauses. Für Dienstfahrten wird er offenbar bald einen Passat nutzen. Archivfoto: Epping

GOSLAR. Statt eines Phaetons soll es nun ein Passat werden: Der neue Dienstwagen des Oberbürgermeisters soll und muss weiterhin aus dem Hause VW kommen, fällt nun aber mindestens eine Nummer kleiner aus. Unbefriedigend nicht nur für die Politik: Auch im Finanzausschuss gab es am Dienstagabend keinerlei Informationen zu den Leasing-Bedingungen.

Weil Oberbürgermeister Henning Binnewies (SPD) die Marienkapelle bereits in Richtung Kaiserpfalz zum Harzer Arbeitgeberverband verlassen hatte, um dort Repräsentationspflichten wahrzunehmen, informierte Fachbereichsleiter Burkhard Siebert. Die Stadt sei vom Phaeton-Vertrag zurückgetreten, „die Alternative läuft in Richtung Passat“.

Was Siebert am Dienstag nicht wusste, am Mittwoch aber aus dem Rathaus bestätigt wurde: Die Kommune dürfe den Vertrag nicht gänzlich lösen, sondern nur das Modell wechseln. Und es wurde bekräftigt, was schon Siebert erklärt hatte: Der Hersteller bestehe darauf, dass keinerlei Informationen über die Konditionen an Dritte weitergegeben würden – auch nicht an die Politik. „Unser Vertragspartner ist das Büro Binnewies“, sagte ein Sprecher von VW Leasing aus Braunschweig.

Für das Rathaus stellt sich die Auto-Beschaffung ohnehin als „Geschäft der laufenden Verwaltung“ dar. Im Februar 2008 sei eine Grundsatzinformation an die Politik erfolgt, dass man auf Leasing umsteige und Vertraulichkeit geboten sei.

Die Politik war am Dienstag baff: Unmittelbar zuvor hatte sie noch über eine neue Richtlinie beraten, nach der künftig und rückwirkend zum Mai 2009 vom Rathaus eingeworbene Spenden von der Politik abgesegnet werden müssen – jeglichen Korruptionsverdacht ausschließen, lautet die Stoßrichtung.

Und das Auto? „Das sind Steuermittel“, sagte Christian Rehse (FDP). Gegenüber dem Rat sei man doch Rechenschaft schuldig, wunderte sich Anke Berkes (SPD), „ist das denn rechtlich okay?“

Bei Nichtbefolgen drohten Sanktionen vom Vertragspartner, sagte Erster Stadtrat Klaus Germer – aber in der Tat sei es doch bedenklich: „Die moralische Seite kann man hinterfragen.“ Es handele sich ja um „mittelbares Sponsoring“.

Gedruckte GZ: Wie Goslars Landrat Stephan Manke es mit der Verschwiegenheit hält, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe.

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Kommentare

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Nachdenker schrieb am 03.03.2010 19:37

Na geht doch! Jetzt noch einen Kurs an der Volkshochschule oder vielleicht bei der Würth-Akademie "Umgang mit Mitmenschen" oder "Mitarbeiterführung" und aus Herrn Binnewies könnte doch noch was werden. Versteht sich von selbst, dass die "Konditionen" zu denen diese Kurse gebucht werden, der strengsten Geheimhaltung unterliegen. Für schwierige Fälle ist es manchmal erforderlich, einen Zusatzkurs zu belegen um die nötigen Effekte zu erreichen. Aber mal im Ernst, wer hat bei den Konditionen eigentlich die Hosen voll? Der OB oder etwa die VAG-Leasing? Wenn der Herr Oberbürgermeister mal etwas für sein Image hätte tun wollen, dann hätte er bei Vertragsunterzeichnung drauf bestanden, dass alle "Konditionen" veröffentlicht werden dürfen.Wer versucht etwas zu verbergen versucht, macht sich automatisch verdächtig. Und alleine der Verdacht reicht aus um weiterhin misstrauisch zu sein oder zu bleiben. Auf die Sanktionen der VAG-Leasing wäre ich mal gespannt.

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Antiprovinzpolitiker schrieb am 03.03.2010 21:22

Wozu überhaupt ein neues Fahrzeug??Der A6 sollte seinen Dienst doch bestimmt noch lange tun. Der Herr sollte es so nehmen wie jeder kleine Bürger."Wenn die Finanzen nicht gegeben sind,dann kann man sich eben kein neues Auto leisten." So einfach geht das.

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KUS schrieb am 03.03.2010 22:29

Der Hinweis auf niedrigere Leasingraten ist sehr schön. Sonderzahlungen nicht zu erwähnen, ist Betrug. Aber da es offensichtlich in vielen Bereichen, in denen Politiker etwas zu sagen haben, nur um Schönrednerei geht, schlage ich vor, daß dem Herrn Binnewies sein A6, Phaeton oder Passat gelassen wird, damit er in Ruhe auf dem Rücksitz nachdenken kann, ob er wirklich etwas leistet oder nur in seinem Amt herumhängt. Es ist egal, ob der Herr B. dienstlich oder privat mit einem Auto fährt - bezahlt wurde es von Steuern. Aber: Keine Sorge, denn in Griechenland soll es ja noch viel schlimmer sein. Ich habe nicht gelacht, also muß ich jetzt nicht damit aufhören.

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Jensen schrieb am 04.03.2010 00:29

Und ein Golf mit Navi hätte es auch getan........ohne Fahrer oder kennt sich der Herr OB in Goslar net aus? Dann sollte er event. in BS nachfragen ob dort ein Posten für ihn zur Verfügung steht........mehr gibts da net zu sagen!

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objektiv schrieb am 04.03.2010 06:59

Wenn die VW Leasing die Veröffentlichung der Vertragsinhalte verbietet, hat da jemand ursprünglich geschlafen. Ein solcher Passus gibt unnötig Raum für Spekulationen. Ich hoffe, dass war dann der letzte Vertrag mit der VW Leasing.

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Hegelingen schrieb am 04.03.2010 09:07

"Unser Vertragspartner ist das Büro Binnewies". Wie soll das denn bitte gehen? Das "Büro Binnewies" kann gar nicht Vertragspartner sein, da es weder eine natürliche, noch eine juristische Person ist. "Vertragspartner" kann daher entweder nur die Stadt Goslar sein oder Herr Binnewies persönlich. Dass ein Unternehmen wie die VAG-Leasing mit eigener Rechtsabteilung oder der Volljurist Binnewies eine derartig abwegige Rechtsauffassung geäußert haben, wonach das "Büro Binnewies" Vertragspartner ist, kann man sich kaum vorstellen. Übrigens: Für einen Rücktritt braucht man einen Rücktrittsgrund oder ein Rücktrittsrecht. Beides dürfte kaum vorliegen. Musste für den "Rücktritt" vom Phaeton-Vertrag eigentlich eine Vertragsstrafe gezahlt oder der entgangene Gewinn ersetzt werden??

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mrmagoo42 schrieb am 04.03.2010 10:21

Absurdes Theater. Vertragspartner kann nur die Stadt Goslar sein, nicht das "Büro Binnewies". Vertraulichkeit gut und schön, aber diese Argumente sind an Dämlichkeit kaum noch zu überbieten. Und das der Phaeton im Behördenleasing verramscht wird, ist auch bekannt. Als Privatmensch bekäme ich für den Preis wahrscheinlich einen halben Golf.

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Nuhel schrieb am 04.03.2010 13:09

"Passat soll den Phaeton ersetzen". So lautet die Überschrift in der GZ. "Qualifizierter Finanzfachmann soll der Oberversager ersetzen". Diesen Aufmacher hätte ich lieber gelesen. Das wäre ein Grund für ein Stadtfest gewesen. Diese Geheimniskrämerei mit dem Vertrag von VW verstehe ich auch nicht. Haben die Mitglieder des Rates und in der Folge wir Bürger nicht das Recht zu erfahren wie mit unseren Steuergeldern verfahren wird??? Aber so kennt man es ja seit langer Zeit: "Verschweigen, verschleiern, Unwahrheiten sagen, gepaart mit viel Arroganz = Nichtskönner Binnewies. Was heißt überhaupt "Büro Binnewies"? Bezahlt er da seine Mitarbeiter auch aus eigener Tasche?? Nach dieser Wortwahl müsste es ja so sein.

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Hegelingen schrieb am 04.03.2010 13:21

"Unser Vertragspartner ist das Büro Binnewies". Na also! Hurra! Bürger, hört auf zu Meckern! Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht für die Stadt Goslar: Da Verträge nur zwischen den Vertragsparteien gelten und die Stadt Goslar nicht "Vertragspartner" ist, muss sie dann logischerweise auch nicht für das Fahrzeug des OB bezahlen, sondern das "Büro Binnewies". Da können wir Bürger uns doch freuen, dass auf diese trickreiche Weise der Haushalt entlastet wird. Danke Herr Binnewies!!!

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ulka schrieb am 07.03.2010 08:13

Henning Binnewies ist das zu bemitleidende Opfer einer von dem politischen Gegner geführten und via der Lokalpresse publizierten Diffamierungskampagne. Wer sich aufgrund der Bestellung des Phaetons dieser Kampagne anschließt, ist entweder von Neid und Missgunst getrieben oder missachtet jegliche Ökonomischen Prinzipien. Das Resultat dieser Unsachlichkeit: Henning Binnewies hat sich von dem dümmlichen Willen vieler Goslarer genötigt gefühlt, ein Automobil zu bestellen, welches im Endeffekt vermutlich noch teurer ist als der Phaeton. Ist das der Wille der Goslarer Bürger? Falls ja, so melde ich erheblichen Zweifel an der Qualität unserer Demokratie auch in Goslar an.

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Nuhel schrieb am 07.03.2010 12:23

@ ulka: So schlimm brennt die Wintersonne doch noch gar nicht!

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KlaRo schrieb am 07.03.2010 13:51

@ulka: Na endlich mal was zum schmunzeln am Sonntag Mittag! Danke für den originellen Einschrieb! Hoffe auf mehr!

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Wolle42 schrieb am 07.03.2010 17:04

@ulka: Wer glaubt, ein Phaeton ist im Leasing insgesamt preiswerter als ein Passat, der muss doch als Kind mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein. Billigster Phaeton 70.500 €, billigster Passat 23.500 €. Auch VW hat nichts zu verschenken. Es geht wohl auch mehr darum, daß Herr Binnewies in einer Zeit, in der es der Stadt Goslar besch.... geht, überhaupt kein Fingerspitzengefühl bewiesen hat. Er tritt dem Goslarer Bürgern gegenüber genauso arrogant und übergeblich auf, wie den Mitarbeitern der Verwaltung gegenüber.

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Jensen schrieb am 07.03.2010 21:20

Hallo Herr OB! Herzlich Willkommen und vielen Dank für ihre Stellungnahme! Der Name ulka ist allerdings etwas merkwürdig......aber man ist´s ja gewohnt ^^

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Hella schrieb am 09.03.2010 22:37

habe am Freitag einen neuen silbernen Phaeton mit dem Kennzeichen GS HB gesehen, ein Zufall ??!! soviele gibt es doch garnicht davon in Goslar

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objektiv schrieb am 11.03.2010 12:40

Wer immer sich hinter "ulka" verbirgt, erst Hausaufgaben machen (sprich: sich mit dem Leasinggeschäft vertraut machen und das kleine 1 x 1 beherrschen), dann Kommentare abgeben.

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