Goslar

Schimmel läuft frontal in fahrendes Auto: Frau schwer verletzt

28.02.2010
Von Sabine Kempfer

Schimmel läuft frontal in fahrendes Auto: Frau schwer verletzt

HAHNENKLEE. Der Frontalzusammenstoß eines Autos mit einem Pferd machte am Samstagabend in Hahnenklee den Großeinsatz von Feuerwehr und THW notwendig. Eine 20-jährige Autofahrerin wurde schwer verletzt, als ein Schimmel frontal in die Windschutzscheibe prallte und das Dach des Opel Corsa nach oben wegriss. Das Pferd musste eingeschläfert werden.

Gegen 21.50 Uhr ging der Alarm bei der Ortswehr Hahnenklee-Bockswiese ein. „Pferd in Auto“ – das klang für Ortsbrandmeister Christian Hellmeier zunächst „merkwürdig“, zumal in Hahnenklee selbst keine Großtierhaltung erlaubt sei. Wie sich herausstellte, waren drei Pferde aus einem Stall in Bockswiese ausgebrochen und nach Hahnenklee gelaufen. Auf ihrem Rückweg kam ihnen der Pkw entgegen.

Der Schreck für die Autofahrerin, die gerade ihren Hotel-Dienst in Bockswiese beendet hatte und auf dem Heimweg war, muss riesig gewesen sein: Ein Pferd prallte mit großer Wucht aufs, ins und übers Auto, und das ausgerechnet auf der Fahrerseite. „Die Frau hat keine Chance gehabt. Wir haben keine Bremsspuren gefunden – das Tier muss frontal in die Scheibe gelaufen sein“, berichtet Hellmeier. Ein weiteres Pferd wurde gestreift und am Bein verletzt.

Die Hahnenkleer Wehr alarmierte den Rüstzug aus Clausthal-Zellerfeld nach; die schwer verletzte Fahrerin musste aus dem Auto geschnitten und notärztlich versorgt werden, während das Pferd hinter dem Auto schnaufte. Erst eine Stunde später war die über die Leitstelle angeforderte Tierärztin vor Ort, die aus Hahndorf kommen musste und das Tier einschläferte – für Hellmeier ein schwer zu ertragender Umstand. Die aus dem Autowrack geborgene Frau wurde ins Krankenhaus nach Goslar gebracht.

Gedruckte GZ: In welche Nöte die Helfer wegen des toten Pferdes gerieten, lesen Sie in der Montag-Ausgabe.

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Kommentare

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Oliver1970 schrieb am 28.02.2010 21:12

Arme junge Frau !Sie ist wohl erstmal lange krankgeschrieben. Sie wird wohl auch zur Pyschologie gehen. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!

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Goslar76 schrieb am 01.03.2010 15:33

Sowas ist hart! Man sollte aber auch mal das Pferd nicht vergessen, was 1 Stunde qualvoll auf dem Asphalt verbracht hat! Eine schnellere Erlösung wäre besser gewesen.

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sektkorrekt schrieb am 01.03.2010 20:00

Naja, auch so ein Pferd hat mutmaßlich nach so einem Unglück viele körpereigene, schmerzstillende Moleküle im Blut. So konnte es wenigstens noch eine Stunde sein Pferdeleben in Gefangenschaft Revue passieren lassen, ehe es eingeschläfert wurde. Allerdings wundert mich, daß kein Polizist seine Dienstwaffe gezückt hat, um das Schnaufen des sterbenden Pferdes zu beenden. Bei Wild machen die das doch auch manchmal.

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Goslar76 schrieb am 03.03.2010 07:44

..oh mein Gott! Sagst du das auch nem verletzten Menschen, der sterbend auf dem Boden liegt?! "Sie haben sicher schmerzstillende Moleküle im Blut, lassen Sie sich doch nochmal das Leben durch den Kopf gehen". Ist doch nicht Ernst gemeint oder? Zumal "in Gefangenschaft"...also freilebende Pferde gibts hier in Deutschland nicht. Ein Pferd ist kein Wild! Darin liegt der Unterschied!

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suehsi schrieb am 03.03.2010 09:16

Das Pferd tut mir einfach nur leid. Eine Schande das man es nicht gleich erlöst hat! 1 Stunde Schmerzen haben zu müssen.....das ist Tierquälerei!!!!! Sowas darf nicht passieren. Warum war keine Tierärztin vor Ort oder näher zu erreichen? Zustände sind das!!! Die Tierärztin hat wohl vor ihrem Erscheinen noch in Ruhe einen Kaffee getrunken oder was?????

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Taurus99 schrieb am 03.03.2010 19:39

Es ist unglaublich. Eine Frau wird schwer verletzt und hier machen sich die Leute Sorgen um das arme, arme Pferd? Und es kommt ein großer Artikel darüber? Das ist doch nicht zu fassen... Hätte die Feuerwehr vielleicht erst das Pferd retten sollen und anschließend die Frau aus dem Auto befreien?

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Jensen schrieb am 04.03.2010 00:34

Ich denke darum geht es den Leuten die hier kommentieren nicht! Wenn die Frau versorgt ist, sollte sich des Pferdes angenommen werden und so schlimm wie sich anhört, aber ein schnelles Ende wäre für das Pferd sicher barmherziger als ein elendes verrecken auf der Straße!

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Goldengel schrieb am 04.03.2010 17:47

@sektkorrekt: Du solltest dich wirklich schämen, hier ein solches Statement abzugeben! Das ist schon schlimmer als schwarzer Humor; es widert mich an! Ich denke auch - wie "Goslar76" - dass das Tier nicht erschossen wurde, weil ein Pferd als Haustier zählt. Und die werden nun mal nicht erschossen sondern eingeschläfert. Aber ich wundere und ärgere mich auch sehr, warum kein Tierarzt schneller am Unfallort eintreffen konnte. Sehr sehr traurig. Klar ist dieser Unfall auch sehr schlimm für die junge Frau - keine Frage. Aber wie hier auch schon gesagt wurde, konnte man IHR zum Glück schneller helfen.

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