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Goslar
Ministerpräsident als Gewerkschafts-Gast im „Lindenhof“
Gut versorgt beim Grünkohlessen wird Landrat Stephan Manke von den Goslarer Bürgermeisterinnen Gudrun Pfeiffer (rechts) und Renate Lucksch. Daneben IG BCE-Mann Werner Schwerthelm. Foto: Kusian-Müller
GOSLAR. Er kam am Samstag extrem vorgeschädigt zum Grünkohlessen der Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) im „Lindenhof“: Am Freitag zuvor, bekannte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, habe er in Osnabrück „mit 1250 Männern einen langen Grünkohlabend und eine lange Grünkohlnacht gefeiert“.
Da sahen es die Besucher dem Landesvater dann auch nach, dass er nicht zum Essen blieb, sondern nach seiner Rede entschwand, um in Familie zu machen.
Rund 300 Gäste konnte Kai Rückbrodt, Vorsitzender der Goslarer IG BCE-Ortsgruppe, begrüßen und mit einem weiteren Zahlenspiel aufwarten: Ende des Jahres 2010 wolle man 2.010 Mitglieder haben – genau 1897 sind es derzeit.
Kurz und knapp machte es Oberbürgermeister Henning Binnewies bei seinem Grußwort. Gleichwohl brachte er neben der Solidarität von 30 Generationen Harzer Bergbau auch die Erkenntnis unter, dass man „nicht alles in Goslar“ haben kann und die Egoismen in der Region überwunden werden müssten. Was man in Goslar haben will, sei Produktion. Nur Dienstleistung gehe nicht, was Ex-Wirtschaftsboss Tyll Necker schon früh erkannte: „Wir können nicht nur uns alle gegenseitig die Haare schneiden.“ Rasieren wollte nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen der OB den Ministerpräsidenten an anderer Stelle, doch Binnewies‘ Hinweis auf ein „Förderproblem“ fiel moderater aus als zunächst angedacht. Ohne den Namen JL zu nennen, bat der OB um einen „Anschub für die Betriebe in Goslar, die 2009 aus der Förderung herausgefallen sind“.
Dann der Ministerpräsident, der den für die schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover erstaunlichen Satz „Der Harz ist eine Industrieregion“ formulierte, doch was hätte Wulff als Gast bei dieser Gewerkschaft auch anderes sagen sollen? Nach der unvermeidlichen Floskel, dass Goslar seit der Wiedervereinigung mit der geografischen Lage „mitten drin und voll dabei“ sei, folgte aber schnell wieder die gewohnte Fokussierung auf den Tourismus. Der musste diesmal auch dafür herhalten, dass Wulff spitzbübisch-offensiv seiner jüngsten Flug-Affäre den Wind aus den Segeln nehmen konnte: Sein Urlaub zwischen den Jahren in Bad Lauterberg sei allemal folgenloser gewesen: „Da hat man keinen Ärger mit Upgraden und so...“
Kommentare
und schon wieder eine "armenspeisung" Parteiübergreifend wenn es doch mit anderen wichtigen dingen auch so klappen würde.
Nu gönn doch den armen Politikern ihren Grünkohl, sollen sich auch mal ordentlich satt essen, sollen den Hals mal vollkriegen,ist ja auch sonst nicht so ;) Oder hat Wulf von Grünkohl auf Kavier "umgebucht"?
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