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Viele Fragen im Wolf-Erwartungsland

Frank Raimer beantwortet nach seinem Vortrag Fragen zum Wolf.  Foto: Hohaus

Frank Raimer beantwortet nach seinem Vortrag Fragen zum Wolf. Foto: Hohaus

Langelsheim. Steht der Wolf bereits vor der Tür im Nordharz? Und wie schütze ich mich? Frank Raimer vom Nationalpark beantwortete im Rathaus Langelsheim viele Fragen. Doch die Unsicherheit bleibt.

Donnerstag, 12.03.2015, 18:39 Uhr

Mit 90 Besuchern war der große Sitzungssaal im Rathaus sehr gut besetzt. Bürgermeister Ingo Henze eröffnete die Ausstellung „Wölfen auf der Spur“ der Landesjägerschaft Niedersachsen. Claus Wilgeroth vom Heimatmuseum hatte die Organisation für die kleine, aber feine Ausstellung übernommen. „Als im Januar die Wolf-Ausstellung beschlossen wurde, war das Thema noch nicht so aktuell, aber in den vergangenen Wochen kam keiner mehr an diesem Thema vorbei“, so Bürgermeister Ingo Henze. „Wir sind ein Wolf-Erwartungsland, es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der erste Wolf hier ist.“

Im Anschluss an die Eröffnung hielt Frank Raimer, Mitarbeiter des Nationalparks Harz, einen Vortrag über den Wolf. Er betrachtete die Geschichte des Wolfes im Harz. Biologie und Verbreitung wurden ebenso beleuchtet wie Fragen zum Herdenschutz. Einige Fragen gab es nach dem Vortrag. So wollte die Langelsheimerin Hildegard Liebhardt wissen, wie sie sich zu verhalten habe, wenn der Wolf ihr gegenüber steht? Die Antwort: „Erst einmal stehen bleiben, oder man fängt an, mit dem Wolf zu sprechen.“ Sollte sie mit dem Fahrrad unterwegs sein, sollte sie langsam weiter fahren.

Wie schützen sich die etwa 3000 Schafhalter und die Rinderzüchter in Niedersachsen gegen den Wolf? Josef Spahn, Züchter vom Harzer Rotvieh, hat Angst um seine Herde, wenn der Wolf einmal in den Harz kommt. Die Weiden sind mit einem Elektrozaun in 80 Zentimeter Höhe eingezäunt, hier läuft schon das Wild ohne Probleme unter dem Draht hindurch. Bei Veränderungen des Zaunes müsse sich das Wild erst an die neue Situation gewöhnen. Raimer sagte, dass diese Zukunftsthemen in den landwirtschaftlichen Schulen und Universitäten unterrichtet werden müssen. Die Landesjägerschaft unterstützt die Informationen über den Wolf, es stehen 100.000 Euro zur Verfügung, etwa 30.000 Euro seien davon schon für Informationen ausgegeben worden, so Raimer. Dr. Britta Habbe von der Landesjägerschaft Niedersachsen habe bereits in mehr als 60 öffentlichen Veranstaltungen darüber Vorträge gehalten. Auch über 600 Kinder wurden schon zum Thema Wolf aufgeklärt.

In Niedersachsen gab es 2011 ein Rudel mit neun Jungtieren. Im Jahr 2014 waren es schon fünf Rudel mit 41 Jungtieren im Raum Diepholz, Vechta und in der Lüneburger Heide. Raimer erklärte, dass das Werkzeug des Wolfes sein Gebiss sei. Er hat 42 Reißzähne und Eckzähne, er erreicht ein Alter von etwa fünf bis sechs Jahren.

Die Ausstellung „Wölfen auf der Spur“, wird am Sonntag im Heimatmuseum in der Mühlenstraße 10, von 10.30 Uhr bis 12 Uhr zu sehen sein. Dann immer jeden ersten und dritten Sonntag im Monat und jeden zweiten und vierten Samstag von 15 bis 17 Uhr. Bei Bedarf können auch Besichtigungen bei Wolfgang Liebhardt, unter der Telefonnummer (05326) 978977 angemeldet werden. heh

Rund 90 Zuschauer verfolgen den Vortrag über den Wolf von Frank Raimer vom Nationalpark Harz.  Foto: Privat

Rund 90 Zuschauer verfolgen den Vortrag über den Wolf von Frank Raimer vom Nationalpark Harz. Foto: Privat

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